Der Wagen des Opfers, mit dem der mutmaßliche Täter in eine Polizeikontrolle geriet.
© Polizei Rio
Am vergangenen Montag fährt Luiz G. in einem Kia Cerato durch Rio, als er in eine Routinekontrolle der Militärpolizei gerät. G. zückt einen Ausweis des „Nationalen Komitees für Menschen- und Bürgerrechte“, verhält sich laut einem Polizeisprecher arrogant und hochnäsig. Doch als die Beamten sich davon nicht beeindrucken lassen und den Ausweis gelassen überprüfen, wird Luiz G. nervös. Und das fällt den Polizisten auf.
„Die Männer beschlossen daraufhin, den Wagen genauer zu untersuchen“, so ein Sprecher der Militärpolizei. Und weiter; „Dabei fanden sie auf einem der Sitze Blutspritzer.“ Die dreiste Ausrede von Luiz G.: Er habe eine in den Wehen liegende Frau in eine Klinik gebracht. Doch dann entdecken die Polizisten im Rücksitz ein Einschussloch – samt Projektil. G. wird festgenommen.
Im Polizeiverhör gibt der Mann zu, den Besitzer des Wagens, den 36-jährigen Deutschen Christoph H. ausgeraubt und ermordet zu haben. Die Leiche habe er dann in einen Bach geworfen. Tatsächlich finden die Beamten in dem Wagen 4400 Euro in bar, mehrere Telefone, Ausweis sowie Kreditkarten des Opfers – und mehrere scharfe Patronen. Unklar ist bislang, ob diese dem Täter oder seinem Opfer gehören. Auch über das Motiv für den Mord schweigt Menschenrechtler Luiz G. eisern.
Fakt ist: Opfer Christoph H. verdiente sein Geld mit allerlei Anleger-Geschäften, warb dafür, mit „ethischen Investments“ Traumrenditen zu erwirtschaften. Dabei soll es nach KURIER-Recherchen vor allem um den Handel mit edlem Teakholz gegangen sein. Das wird in Brasilien im großen Stil verarbeitet und weltweit exportiert. „Das hölzerne Gold, das in den Himmel wächst“, nannte Christoph H. Teakholz auf Vorträgen, mit denen er in Berlin versuchte, Investoren für sein Geschäftsmodell zu gewinnen. Jetzt lag er tot in einem Bach in Rio.
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