Ausgeknockt!

Hier wankt ein Champion

Erst schlug Rocky eine Bekannte, dann kam die Polizei. Jetzt sucht er Trost im Alkohol.

K. Oberst C. Keikus
Lesezeit 2 Min
Sein Gang ist schwer. Mit zwei Flaschen schottischen Whiskey der Marke JB macht sich Rocky auf den Weg.

Sein Gang ist schwer. Mit zwei Flaschen schottischen Whiskey der Marke JB macht sich Rocky auf den Weg.

© Oberst Lizenz

Das, worüber Rocky nicht sprechen will, ist eine Anzeige seiner Bekannten Nadine D. (29). Rocky soll sie am Donnerstagabend geschlagen und beschimpft haben (KURIER berichtete). Angeblich war es ein Streit umetwas Kleingeld, das er von ihr wollte. Er konnte seine Pizza in einemitalienischen Restaurant an der Heerstraße nicht bezahlen. Draußen soll es dann zu dem handfesten Zoff gekommen sein.

Freitagnachmittag traf sich Nadine D. erneut mit Rocky. Die Brandenburgerin besuchte den Ex-Boxer im Wirtshaus Schildhorn im Grunewald. Rocky hat sich dort eingemietet. Erst saßen beide friedlich an einem Tisch. Bei einem anschließenden Spaziergang soll es dann aber wieder laut geworden sein. Rocky soll sogar versucht haben Nadine D. das Handy wegzunehmen.

Die Polizei wurde erneut alarmiert. Nachdem Rocky wieder am Kneipentisch saß, stürmte gegen 17.15 Uhr ein Großaufgebot an Polizisten den Gastraum. Er ließ sich ohne Widerstand festnehmen, musste zur Gefangenensammelstelle nach Ruhleben. Nach Feststellung seiner Personalien wurde er gegen 20.25 Uhr von einem Streifenwagen weggefahren.

Vom gefeierten Box-Star zum wankenden Wrack. Graciano „Rocky“ Rocchigiani scheint ganz unten angekommen zu sein. Statt in einer schicken Designer-Wohnung lebt er seit einem dreiviertel Jahr mit einer Frau und einem Kind in einer kleinen Erdgeschoss-Wohnung nahe dem Olympiastadion. Die Nachbarn haben ihn allerdings eine Weile nicht gesehen.

Mit dem Gesetz hatte Rocky schon immer seine Not. Schon 1987 sorgte er wegen einer Schlägerei vor der Diskothek „Big Eden“ am Kurfürstendamm für Schlagzeilen. Zusammenmit seinem Bruder Ralf hatte der damals 24-Jährige sieben Polizisten verprügelt, ein Taxi zertrümmert. Er hatte Glück. Das Verfahren wurde eingestellt, Rocchigiani musste aber 26 000 Mark an eine wohltätige Einrichtung spenden.

In der Folgezeit saß er allerdings dreimal im Knast. Wie es jetzt um Rocky steht, werden die polizeilichen Ermittlungen ergeben. Rockys Vorstrafenregister ist schließlich lang.

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