Berlin - Dixie Dörner, Zwecke Kühn, Rüdiger Schnuphase - bei den Namen der Alt-Stars aus dem Osten schnalzt jeder mit der Zunge. Die Oldies, die am Sonnabend in der Sporthalle im Sportforum zu Gast beim BFC Dynamo sind (Anstoß 15 Uhr), lesen sich wie ein "Wer ist wer?" des DDR-Fußballs. Nur einer kann nicht kommen: Reinhard Häfner. Der exzellente Mittelfeldmann von Dynamo Dresden rappelt sich gerade wieder auf von einem Ritt durch die Hölle.Für Häfner (58) schien viele Jahre die Sonne. Leichtfüßig umkurvte er seine Gegner. Die Erfolge flogen ihm nur so zu: Olympiasieger 1976, mit Dynamo Dresden vier Mal DDR-Meister, vier Mal Pokalsieger, 58 Länderspiele. Als Trainer führte er die Gelb-Schwarzen zu einem weiteren Titel, einem Pokalsieg und 1991 in die Bundesliga. Häfner wähnte sich ganz oben.Doch dann kam der Absturz. Nach ganz unten führte ihn das Leben, in die Nähe der Hölle. Als Trainer war Häfner nicht mehr gefragt. Das machte ihn krank. Depressionen wühlten in ihm, richteten ihn fast zugrunde. In endlosen Nächten dachte er an Selbstmord. Erst eine sechswöchige Therapie in einer psychiatrischen Klinik rettete ihn.Was folgte, war ein langer Weg zurück. Ein schwerer, ein mühsamer, ein holpriger Weg. Aber einer ins Leben. Aus der Nacht in den Tag. Aber nicht zurück auf die Sonnenseite. Immerhin in die Achte Liga nach Sachsen-Anhalt zu Grün-Weiß Langeneichstädt.Ehemalige Mitspieler halfen ihm, ebneten ihm die Rückkehr nach Dresden. Dieter Riedel, der die Oldies betreut, holte ihn zurück. Aber Häfner hatte für die Tücken des Lebens noch nicht oft genug seinen Kopf hingehalten. "Bei einem Training meinte er, er sähe den Ball gleich fünffach", erzählt Riedel. Er glaubte an einen Scherz. Seine flapsige Antwort ("Reiner, das hast du doch früher schon") kam gar nicht gut an.Häfner litt nach einem Zeckenbiss an Borreliose. Die schlimmen Symptome: Rückenschmerzen, Gesichtslähmungen, phasenweiser Verlust der Sehkraft. Claus Boden, der Torwart von einst, verspürt nur noch Mitleid: "Reinhard hat in den vergangenen Jahren aber auch nichts ausgelassen."Langsam erholt er sich wieder, arbeitet in einem Reha-Zentrum als Fitnesstrainer. Nur an Fußball ist noch nicht zu denken. Aber das ist bei dem Ritt durch die Hölle nicht die schlimmste Nachricht.------------------------------BU: Der Pott gehört uns! Häfner stemmt 1982 den FDGB-Pokal in die Höhe.
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