Christina Matthäs (22) lebt seit einem halben Jahr in Schöneweide, Freund Andy besucht die Krankenschwester.
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Künstler Moritz Hoffmann (30) vor seiner Wohnung.
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Bettina Weiß vor ihrem Laden „White Lounge“.
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Die HTW-Studentinnen Vanessa (20), Saskia (27), Mai (20) und Kübra (19)
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Der Kneipe „Zum Henker“ muss ausziehen ...
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... Hans Erxleben kämpfte jahrelang dafür.
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Verschlafen öffnet Moritz Hoffmann die Tür. Es ist 12 Uhr mittags, der 30-Jährige hat sich vor wenigen Minuten aus dem Bett geschält. Hoffmann ist ein Paradebeispiel für das neue Schönweide. Freischaffender Künstler, kreativ, gebildet, jung.
„Ich habe lange Zeit in New York studiert. Jetzt lebe ich hier auf 120 Quadratmetern für 900 Euro warm, mein Atelier befindet sich in meiner Wohnung.“ Die Kunst kommt an die Spree. Rockstar Bryan Adams hat sich auf dem Gelände des ehemaligen Kabelwerks Oberspree eine Industriehalle gekauft, die ab Mai renoviert wird. Auch der Kreuzberger Club „Kiki Blofeld“ zieht in die Nachbarschaft. Großen Anteil am Wandel hat der Campus der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). Dort studieren fast 9000 Menschen aus 100 Nationen.
Sie alle machen aus Schöneweide einen pulsierenden Kiez mit immer schnellerem Herzschlag. Denn die Probleme gehen. Künstler Moritz Hoffmann: „Mit den Nazis war und ist es hier natürlich ein Ärgernis. Durch meine USA-Zeit habe ich viele schwarze Freunde. Und die mussten, wenn sie mich besuchen kamen, schon vor Nazis wegrennen. Die haben meine Kumpels über die Straße gehen sehen, sich zusammentelefoniert und begannen binnen Minuten ihre Menschenjagd.“
Seit Jahren kämpft der Bezirk mit dem Neonazi-Problem. Nun scheint sich der lange Atem auszuzahlen. Die Neonazi- Stammkneipe „Zum Henker“ in der Brückenstraße wurde vom Hauseigentümer gekündigt (der KURIER berichtete), Ende März könnte der Laden dicht sein. Der Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke kündigte vor kurzem an, seinen nur wenige Meter entfernten Miliaria-Laden „Hexogen“ zu schließen. Verliert die rechte Szene ihren Zugriff?
Der linke BVV-Abgeordnete Hans Erxleben ist kritisch. „Sowohl der Henker-Wirt als auch Schmidtke wohnen nahe ihrer Läden. Wir kämpfen seit Jahren gegen die. Ich glaube nicht, dass die verschwinden, bis ich es selbst sehe“. Auch das Lokal der Rockervereinigung „Gremium MC Darkside“ auf den Spreehöfen an der Wilhelminenhofstraße könnte nach KURIER-Informationen bald verschwinden.
Zeit für Schöneweide, sich schick zu machen. Und Hans Erxleben einen Traum zu erfüllen: „Mit Bryan Adams durch die Brückenstraße laufen. Und statt Henker und Hexogen bunte Ateliers zu sehen.“
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