Das Chaos in der Küche beseitigen, wichtige Papiere abheften, Kleider aussortieren – Aufräumen ist lästig, man schiebt es gern vor sich her. Was allerdings zur Folge hat, dass sich immer mehr anstaut. Viel leichter fällt das Aufräumen, wenn man einen Trick aus der Psychologie anwendet: den Domino-Effekt. Damit kommt man mühelos in den Aufräum-Flow.
Leichter leben mit dem Domino-Effekt
Der Begriff Domino-Effekt stammt aus der Verhaltenspsychologie. Studien zeigen, dass kleine, sofort machbare Handlungen die Motivation für größere Aufgaben steigern. Sobald wir etwas erledigt haben, schüttet das Gehirn Dopamin aus. Dieses Belohnungssignal sorgt dafür, dass wir weitermachen wollen. Ein Mini‑Erfolg zieht also den nächsten nach sich, wie fallende Dominosteine.
Was Wissenschaftler feststellten: Menschen überschätzen oft die Energie, die sie für den Anfang brauchen – und unterschätzen, wie viel Schwung sie nach dem ersten Schritt bekommen. Genau diesen psychologischen Hebel nutzt der Domino‑Effekt. Und der kann in vielen Bereichen des Lebens eingesetzt werden. Aber wir sind ja im Moment beim Aufräumen …
So setzen Sie den Aufräum-Trick im Alltag ein
Der Schlüssel ist, bewusst mit der kleinstmöglichen Aufgabe zu starten. Statt sich vorzunehmen, das ganze Wohnzimmer aufzuräumen oder in der gesamten Küche klar Schiff zu machen, wählt man eine kleine, überschaubare Aufgabe. Zum Beispiel:
- den Papierstapel sortieren
- den Couchtisch abwischen
- eine einzige Schublade öffnen und eine Minute lang ausmisten
Mehr muss erst mal nicht sein. Das ist der erste Dominostein. Doch sobald der gefallen ist, ist die Hürde für den inneren Schweinhund viel kleiner weiterzumachen. Dann nimmt man die nächste Aufgabe eben auch gleich noch in Angriff. Und warum jetzt nicht noch eine weitere? So kommt man ohne Druck in wachsenden Schwung.
Statt sich gewaltigen Aufgaben zu stellen, wie hier dem aufgestauten Papierkram, ist es besser, sich kleine Häppchen vorzunehmen. Dann sieht man weiter.
© Jochen Tack/imago
Darum ist der Domino-Effekt so entlastend
Wer sich viel vornimmt, setzt sich damit meist auch unter Druck. Da ist die Gefahr, in die Aufschieberitis zu flüchten groß. Kleine Schritte dagegen wirken harmlos und schnell machbar. Psychologen nennen das Erwartungsmanagement. Wenn die Hürde niedrig ist, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir überhaupt anfangen. Und wer beginnt, gewinnt.
Noch ein Tipp zum Schluss
Hier noch ein kleiner Rat! Machen Sie sich die Zwei-Minuten-Regel zu eigen: Alles, was in unter zwei Minuten erledigt ist, wandert nicht auf die To‑do‑Liste, sondern wird sofort gemacht.
Liebe Leser, fällt Ihnen das Aufräumen auch manchmal schwer? Was halten Sie von dem Trick mit dem Domino-Effekt? Oder haben Sie noch bessere Tipps? Bitte schreiben Sie uns an leser-bk@berlinerverlag.com
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