Aufbruchstimmung bei Störchen

Der Herbstzug nach Süden hat begonnen

Viele Storchennester sind bereits verlassen: Die große Reise Richtung Süden startet.

BK
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Ein Storch fliegt von seinem Nest los.

Ein Storch fliegt von seinem Nest los.

© dpa

Zunächst „vagabundieren“ vor allem die Jungstörche herum. Die sehr geselligen Vögel treffen sich dann an markanten Punkten - in Norddeutschland zum Beispiel in der Elbtalaue, oder der Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge, erklärt der Biologe. „Dann ziehen sie an irgendeinem Tag bei sonnigem Wetter los, und verschwinden.“

Im Spätsommer bis zu 500 Kilometer am Tag 

Für Weißstörche als Segelflieger ist laut Nabu eine gute Thermik wichtig. Sie nutzten den Spätsommer mit viel Sonneneinstrahlung, die den Boden erwärmt, um hoch in die Luft zu kreisen und dann weite Strecken segeln zu können. So schaffen die Tiere bis zu 500 Kilometer am Tag.

Die jährliche Reise in Richtung Afrika ist den Störchen angeboren. Dabei ist es nach Nabu-Angaben nicht die Kälte, sondern die Nahrungsknappheit im Winter, die die Tiere dazu treibt, den anstrengenden Flug in die fernen Winterquartiere auf sich zu nehmen.

Route nach  Süden wird erlernt

Die Reise gen Süden treten die Störche in der Regel über zwei unterschiedliche Routen an. Entweder überqueren sie das Mittelmeer im Westen über Gibraltar, um dann in Westafrika zu überwintern. Oder sie ziehen über den Bosporus und den Nahen Osten nach Nordafrika, um von dort entlang des Nils in die ost- und südafrikanischen Überwinterungsgebiete zu gelangen. Die Trennlinie zwischen den Ost- und den Westziehern geht nach Angaben des Nabu mitten durch Deutschland. Welchen Weg jeder einzelne nimmt, lernt er auf seiner ersten Reise.

„Die genaue Route ist ihnen nicht angeboren. Nur der Zugtrieb: Wir müssen jetzt los, und zwar nach Süden“, erklärt Thomsen. So hätten russische Ornithologen in Experimenten Jungstörche mit Sendern versehen. Deren GPS-Daten zeigten, dass die jungen Vögel zuerst in Richtung Süden zogen. „Wenn sie auf ziehende Störche trafen, wurden sie mitgezogen - entweder Richtung Osten oder Westen.“

Überwintern auf Spaniens Müllkippen

Diese Kombination aus angeborenem und erlerntem Verhalten ermögliche den Störchen, auf Umweltveränderungen zu reagieren. So verzichteten in den vergangenen Jahren immer mehr Weißstörche der Westroute auf einen Besuch in Afrika und überwinterten stattdessen auf Spaniens Müllkippen: Weil es dort viel zu fressen gebe, sagt die Storchenexpertin beim Landesbund für Vogelschutz (LBV) im fränkischen Hilpoltstein, Oda Wieding. Einige bleiben sogar in Deutschland. Wolfgang Runge, dpa

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