Basco wurde im schlechten Zustand an Baum angebunden gefunden
Was genau Basco in seiner Vergangenheit erleben musste – darüber kann man nur mutmaßen. Fakt ist: Sein Vorbesitzer wollte ihn loswerden. „Er wurde gefunden, angebunden an einem Baum“, sagt Tierpflegerin Ines Bernhardt dem KURIER. „Und damals war er in einem sehr schlechten Zustand. Er hatte 40 Grad Fieber, taumelte richtig.“ Liebevoll päppelten die Mitarbeiter des Tierheims den Rüden auf. „Er bekam hier sein Futter und viel Zuwendung, dadurch kam er recht schnell zu Kräften. Wir bemerkten aber immer wieder, dass er Schwierigkeiten mit fremden Männern hat. Er braucht Zeit, um sich an neue Menschen zu gewöhnen.“
Genetische Erkrankung führte zu extrem hohen Augendruck
Ein schönes restliches Leben mit schneller Vermittlung blieb ihm aber nicht vergönnt, denn Basco litt lange an einer genetisch bedingten Erkrankung, die zu extrem hohem Augendruck führt. „Er war von jetzt auf gleich auf einem Auge blind – plötzlich lief er ganz unsicher hin und her, das Auge war milchig. Als wir ihn untersuchten, wurde die Krankheit festgestellt. Wir probierten erst, ihm mit Augensalben zu helfen, aber nichts funktionierte“, sagt Bernhardt (45). „Weil die Gefahr bestand, dass das Auge platzt, musste es entfernt werden.“ Kurze Zeit später meldete sich auch das zweite Auge – um das Tier nicht in Gefahr zu bringen, nahmen die Ärzte es heraus. „Wir haben lange nachgedacht. Als Staffordshire-Mix ist Basco schwer zu vermitteln, wir wollten ihm nicht noch Blindheit zumuten. Aber trotzdem beschlossen alle Pfleger: Wir ziehen das jetzt durch.“
Gegenüber neuen Menschen tut sich Basco schwer, doch hat er einmal Freundschaft geschlossen, schmust er für sein Leben gern.
© Tierheim Berlin
Hund Basco geht mit Handicap sehr gut um
Eine gute Entscheidung – denn kurze Zeit nach dem Eingriff bewies Basco, dass er mit dem Handicap sehr gut umzugehen weiß. „Er meistert sein Leben mit Blindheit so, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Er rannte sofort los und tobte herum“, sagt Bernhardt. „Man muss ihn heute zwar ansprechen, bevor man sich nähert, weil er erschrickt, wenn er angefasst wird. Aber ansonsten ist er ein Traumhund.“
Hund Basco sucht ein gemütliches, ruhiges Zuhause
Nun fehlt Basco nur noch ein neues Zuhause – nachdem er zwei Jahre im Tierheim lebte, würde sich der Rüde über eine eigene Couch freuen. „Er ist auch keine Sportskanone, die Wohnung muss nicht groß sein“, sagt Pflegerin Bernhardt. „Hauptsache, er hat ein Sofa.“ Wichtig wäre auch, dass die neuen Besitzer nicht in der Innenstadt leben, sondern am besten außerhalb. „Denn der Verkehrslärm, die Menschen, die Autos, Fahrräder und Busse würden Basco überfordern.“
Interessenten sollten aber etwas mehr Zeit einplanen, damit sich Basco bei mehreren Spaziergängen an sie gewöhnen kann. „Aber zu seinen Bezugspersonen ist er absolut zauberhaft – dann wird er zur richtigen Schmusebacke!“
Infos unter www.tierheim-berlin.de
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