Ganz der Franzose! Mit einem galanten "Bonjour Madame" begrüßt Vincent Garcia (43) die Marktfrau auf dem Rüdesheimer Platz. Immer höflich, immer ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen, so kennt und mag man den Chefkoch des "Pastis" hier."Ich liebe den Kiez. Man kennt sich, es ist wie auf dem Dorf", schwärmt der 43-Jährige. "Wir unterstützen den Markt und der Markt unterstützt uns. Ein Markt muss leben, dann lebt auch der Kiez."Vincent Garcia kommt aus einer Großfamilie. "Meine Eltern hatten ein Restaurant in Marseille. Wir hatten immer ein offenes Haus, haben manchmal für 25 Leute gekocht. Irgendwann fing dann einer an, Gitarre zu spielen", erinnert sich der Franzose. Jeder Tag ein großes Fest - in dieser Stimmung ist er großgeworden. "Kochen ist mein Leben. Ich bin dafür geboren", sagt er.Schon als siebenjähriger Knirps verkaufte er mit seiner Großmutter Austern auf dem Fischmarkt von Marseille, ging einkaufen, schaute im Restaurant seiner Eltern in die Kochtöpfe und lernte so, was echte französische Küche ausmacht. Das sollte sich nach seiner Ausbildung bezahlt machen: Mit25 Jahren kochte Garcia bereits im berühmten Hotel Pigonnet in Aix-au-Provence für Promis wie Jaques Chirac und François Mitterrand. In Berlin folgten das Opernpalais (Chefkoch) und danach seine Position als "Zweiter Chef" des Adlon. Sieben Jahre verwöhnte er als Küchenmeister die Gaumen der Gäste des "Ganymed" am Schiffbauerdamm. Auch hier gingen die Promis ein und aus.Seit einem halben Jahr kocht der Vater einer Tochter (16) mit großer Leidenschaft für seine Gäste im "Pastis". Noch heute ist sein Lieblingsgericht "Marseiller Fischsuppe". "Ich liebe vor allem das, was übrig bleibt. Früher haben wir den Rest der Suppe am nächsten Tag immer noch mal mit Spaghetti oder Muscheln aufgekocht. Köstlich!"Garcias Motto: "Wenn man mit Liebe und Spaß kocht, kommt am Ende immer etwas kreatives heraus!" Das schönste Lob für den Spitzen-Koch: wenn er in glückliche Gesichter blickt. "Wenn man was gutes für die Gäste tut, tut man doch auch was gutes für sich." Und so hat er jede Menge Stammgäste. "Wir sind ein Familienbetrieb, viele meiner Gäste kenne ich persönlich." Da kommt es dann auch schon mal vor, dass er am Nachmittag einen Anruf einer älteren Dame aus dem Kiez erhält: "Hey Vincent, kannst du mir mal einen Teller Muscheln rumbringen?" Kein Problem! Garcia: "So leben wir hier. Wir wollen das Wohnzimmer des Kiez werden."------------------------------GARCIAS GEHEIM-TIPPSDer Spitzenkoch verwendet grundsätzlich nur frische Kräuter. "Die haben mehr Aroma", so Vincent Garcia. Diese gibt er immer erst am Ende hinzu, sonst werden sie bitter.Was für Kräuter gilt, gilt auch für Gewürze: Immer erst am Ende die Speisen würzen.Weniger ist hierbei oft mehr!Wichtig ist immer die richtige Garstufe. Hähnchen darf auf keinen Fall zu lange kochen, sonst wird das Fleisch trocken.Viele Hobby-Köche kaufen und bearbeiten zu frisches Fleisch, da gehen Geschmack und Inhaltsstoffe kaputt. Schon beim Einkauf sollte man daher immer den Fleischer fragen, ob es sich um reifes Fleisch handelt.------------------------------BU: Den Geflügelspezialisten Torsten Koy kennt Garcia persönlich.BU: Das Gemüse kauft Vincent Garcia bei Fred Zimmermann.Zwischenzeile: ICH LIEBE DEN KIEZZwischenzeile: KREATIV MUSS ES SEIN
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