Auch USA-Reise wackelt

Klinsi streicht Hertha-Profis den Urlaub

Trainer zieht Rückrunden-Start vor und spricht von Winter-Neuzugängen.

Sebastian Schmitt
Lesezeit 3 Min
Waren trotz der sportlichen Misere auch schon besser gelaunt: (v.l.) die Herthaner Selke, Köpke, Esswein, Klünter, Mittelstädt und Stark.

Waren trotz der sportlichen Misere auch schon besser gelaunt: (v.l.) die Herthaner Selke, Köpke, Esswein, Klünter, Mittelstädt und Stark.

© City-Press GmbH

Klinsi macht ernst! Herthas neuer Cheftrainer Jürgen Klinsmann (55) plant, wegen der sportlichen Krise in die Wintervorbereitung „bereits vier oder fünf Tage früher einzusteigen“. Auch die vorgesehene USA-Reise wackelt. Damit ist klar: Klinsi streicht den Hertha-Profis den Urlaub.

„Eigentlich war der 2. Januar mit der Abreise nach Florida als Start vorgesehen“, erklärt Klinsi in einem Facebook-Chat. „Doch wir wollen vier oder fünf Tage früher einsteigen.“

Zugänge im Winter möglich

Weil Konkurrenz das Geschäft belebt, schließt Klinsi auch Neuzugänge in der Winterpause nicht aus. „Natürlich hocken wir zusammen und schauen, ob etwas machbar ist.“

Damit seine Spieler zumindest die freien Tage über Weihnachten genießen können, müssen schleunigst Punkte her. Am besten schon Sonnabend gegen den SC Freiburg (15.30 Uhr).

Um gegen den Sportclub endlich den ersten Dreier seit dem 4.Oktober (3:1 gegen Düsseldorf) einzufahren, muss Hertha die Standard-Situationen in den Griff bekommen: Beim 2:2 in Frankfurt klingelte es jeweils nach einer Ecke. Es waren die Gegentreffer zwölf und 13 nach ruhenden Bällen – Ligahöchstwert. „Wir müssen abstellen, dass der Gegner kurz vor Schluss noch so ein Geschenk bekommt. Das ist nicht nötig“, fordert Klinsmann und verspricht: „Wir werden da jetzt Hand anlegen.“

Trainer Jürgen Klinsmann braucht Zeit, will mit seinen Profis im Winter üben, üben, üben. . 

Trainer Jürgen Klinsmann braucht Zeit, will mit seinen Profis im Winter üben, üben, üben. . 

© City-Press GmbH

Freiburg kann Standards

Wie es besser geht, macht ausgerecht der kommende Gegner vor. Die Breisgauer kassierten erst vier Gegentore nach ruhenden Bällen. Gleichzeitig konnten sie bereits achtmal nach eigenen Standards jubeln. Freiburg-Trainer Christian Streich wagte bereits die These: „Ohne Standards gewinnen wir kein Spiel.“ Hertha muss also gewarnt sein. 

Klinsis Problem: Das Üben von Standards ist zeitintensiv. Deswegen verteidigt Hertha nach wie vor nach der von Klinsi-Vorgänger Ante Covic einstudierten Mann-Raum-Deckung. „Ich habe das erst mal so übernommen, wie es die Jungs gewohnt waren“, sagt Klinsmann und erklärt: „Es kann sein, dass wir diese Variante immer mehr ändern. Aber es muss einstudiert sein. Das braucht Zeit auf dem Platz. Du kannst es an die Tafel malen und erklären, aber es muss in der Praxis geübt werden.“

Dafür scheint jetzt durch den gestrichenen Urlaub zwischen den Jahren mehr Zeit zu sein ...

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema