In dem knapp zweiminütigen Clip, den die Hamburger Werbeagentur Jung von Matt produziert hat, greift ein älterer Mann (gespielt vom Briten Arthur Nightingale) zu drastischen Mitteln, um seine beschäftigten Kinder und Enkel an Weihnachten zu sehen. Mehrere Feste verbringt der Großvater allein am gedeckten Esstisch, neben ihm ein geschmückter Tannenbaum. Das will er ändern. Er inszeniert seinen Tod, um die Familie zu sich nach Hause zu locken. Doch dort erwartet die Trauernden statt einer Beerdigung der lebendige Vater und Großvater. „Wie hätte ich euch denn sonst alle zusammenbringen sollen?“, fragt er. Und alle feiern gemeinsam ein fröhliches Fest.
Der Werbeclip #heimkommen hat es innerhalb von 48 Stunden auf mehr als 4,3 Millionen Abrufe bei YouTube geschafft. Das Spiel mit dem schlechten Gewissen der erwachsenen Kinder und die leise Kritik an der Schnelllebigkeit und Rücksichtslosigkeit unserer Gesellschaft trifft offenbar einen Nerv.
Eine Vielzahl der User ist gerührt von der „Weihnachtsgeschichte“: „Alle nochmal kurz die Weihnachtspläne überdenken“ oder „Diese Edeka-Weihnachtswerbung macht mich fertig... so schön. Und leider wahr“, heißt es in den Kommentaren. Doch es hagelt auch Kritik: „Verzeihung, Edeka, aber dieser Spot ist zur Gänze pietätlos, widerlich“ oder „Für Menschen, die grade einen ihrer Liebsten verloren haben, ist es wie ein Stich ins Herz!“
Ob „schön“ oder „pietätslos“ – eines zeigt der Clip auf jeden Fall: Dass es in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je ist, sich Zeit für die Familie zu nehmen. „Das wird in unserer verplanten Gesellschaft immer schwieriger. Jeder hat seinen eigenen Zeitplan. Daher ist die gemeinsam verbrachte Zeit das größte Geschenk. Daraus schöpfen wir unsere Lebensfreude“, sagt Trendforscher Peter Wippermann zum KURIER.
„Das trifft die Einsamkeit von vielen alten Menschen ziemlich gut. Ich hoffe, dass ganz viele Deutsche zu Weihnachten ihre Eltern besuchen“, so Ute Burbach-Tasso, Sprecherin der Diakonie Deutschland. MR
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