Hamburg - Das Öl im Golf von Mexiko gilt als größtes Umweltdesaster. Doch auch anderswo verseuchen Öl und Gas seit Jahrzehnten die Umwelt - sogar vor der deutschen Nordseeküste. Aber davon nimmt kaum jemand Notiz."Die Frage ist, ob BP es schafft, das Ölleck zu schließen und aus den Schlagzeilen zu kommen", sagt Christian Bussau von Greenpeace Deutschland im "Spiegel". Er weiß, wovon er spricht, denn seit 15 Jahren ist er mit Umwelt-Kollegen an Orten weltweit zugange, wo Öl oder Gas unkontrolliert austritt.Beispielsweise im afrikanischen Nigerdelta, wo auslaufendes Öl seit Jahrzehnten das fruchtbare Land zerstört. Im kanadischen Alberta sind alle großen Öl-Konzerne aktiv beim Abbau der Ölsande, wodurch riesige Gift-Seen und tote Flächen entstehen. Das Öl muss dort in aufwendigen Verfahren mit heißem Wasser aus dem Sand gewaschen werden. Dabei entstehen pro Tag bis zu 500 Millionen Liter Abwässer, von denen elf Millionen Liter im Boden versickern. Die Tierwelt ist zu 80 Prozent ausgestorben. In Westsibirien wird seit 60 Jahren Öl gefördert - genauso lange läuft dort Öl aus. Nach Greenpeace-Schätzungen strömen jährlich600 000 Barrel Öl aus dem maroden Pipeline-Netz, das Öl auch nach Deutschland bringt.Sogar vor der deutschen Küste gehöre Umweltverschmutzung zum Tagesgeschäft, sagt Bussau: "Die rund 400 Förderplattformen in der Nordsee stehen in einem Ölteppich - das gehört zum Normalbetrieb." Dort steht auch Europas größte Methangasquelle: "Seit 20 Jahren tritt Gas aus."------------------------------BU: Eine Vogelscheuche (l.) soll Vögel von verseuchten Ölsand-Minen nahe McMurray (Kanada, r.) - abhalten.
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