Berlin - Es gibt nur einen echten Diskus-Harting! Aber vielleicht nicht mehr lange. Christoph (20), der "kleine" Bruder von Weltmeister Robert (25), steht schon in den Startlöchern. In Kienbaum bereiten sich beide auf die Deutsche Meisterschaft am Sonntag in Braunschweig vor. Beim Besuch der KURIER-Reporterinnen Dajana Rubert und Laura Krupp erzählen sie, wie sehr das Diskuswerfen sie verbindet und warum Christoph in diesem Jahr richtig durchstartet.Die Stimmung ist gut. Beim Foto-Shooting am Steg blüht der Flachs. Robert macht klar: Ich bin hier der Chef. Sofort nimmt er Christoph in den Schwitzkasten. Kurz wuschelt er in dessen roten Haaren und lässt sie wieder los. "Wer ist der überhaupt?", fragt Christoph verdutzt.Irgendwie symbolisch. Denn so richtig kennengelernt haben sich die Brüder erst vor zwei Jahren. Christoph war erst zehn Jahre alt, als Robert sein Zuhause in Cottbus verließ, um in Berlin professionell zu trainieren. Jahrelang hatten beide nicht viel Kontakt. Bis Christoph seinem großen Bruder nacheiferte.Jetzt trainieren beide bei Werner Goldmann. Der "Kleine" offiziell in der Alterklasse U23. Trotzdem wirft er am Sonntag mit den "Großen" um die Wette. Weil seine Leistung im letzten Jahr geradezu explodiert war. Um mehr als sieben Meter konnte sich Christoph steigern. Bei 61,10 Meter liegt seine Bestweite aktuell. "Dabei war das Ziel für die Saison eigentlich die 55er-Marke", strahlt Christoph.Der Grund für diese Steigerung ist simpel: "Ich stand immer im Schatten von Robert, wusste nie, schauen sie auf mich oder auf ihn. Seit ich einen Mentaltrainer habe, hat sich meine Einstellung komplett geändert."Für den Weltmeister kam die Leistungsexplosion des Bruders nicht überraschend. Aber ist da in den kommenden Jahren mehr drin? "Er ist ein ganz anderer Typ. Er ist ein bisschen größer als ich, wirft langsamer, die Bewegungen sind länger. Das hat alles Vor- und Nachteile", vergleicht Robert sich und seinen Bruder und lässt eine konkrete Antwort offen.Die Ziele der beiden für die "Deutschen" sind da schon klarer formuliert. Während für den einen Gold Pflicht ist, hofft der andere wenigstens auf Platz sechs. "Aber auch der vierte könnte drin sein", meint Christoph. Am besten wieder mit einem Wurf, der deutlich über 60 Meter geht.------------------------------BU: So feierte Robert 2009 seinen WM-Titel in Berlin.
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