Extreme Weihachtsdekoration

Advent, Advent, mein Garten brennt!

400 Weihnachtsfiguren wohnen auf dem Grundstück von Gisela Liebsch und Gerd Mörl.

J. Bederke
Lesezeit 3 Min
Der Garten, ist inzwischen zu einem echten Ausflugsziel für die Straupitzer geworden.

Der Garten, ist inzwischen zu einem echten Ausflugsziel für die Straupitzer geworden.

© dpa

Angefangen hat die Sammelleidenschaft der beiden vor 20 Jahren. „Wir lieben unseren 1800 Quadratmeter großen Garten. Im Winter aber ist alles so kahl“, erzählt Liebsch. In einem Geschäft in Lübben habe sie in der Adventszeit einen lebensgroßen Weihnachtsmann entdeckt, der dort als Dekoration stand.

„Ich fand den toll, habe die Inhaberin des Ladens so lange bequatscht, bis sie ihn mir verkaufte.“ Noch heute hat dieser Weihnachtsmann einen Ehrenplatz bei den beiden Straupitzern: in einem hölzernen Schlitten direkt auf der Treppe zur Haustür.

„Damals hat uns das Weihnachtsmann-Virus befallen. Wir haben in Katalogen bestellt. Auch auf den Grenzmärkten oder auf Flohmärkten wurden wir fündig“, sagt die frühere Reiseleiterin.

Nach Totensonntag beginnt das Aufstellen

Inzwischen sind es an die 400, die jedes Jahr pünktlich zum 1. Advent auf Tannengrün drapiert werden. „Wir fangen mit dem Aufstellen immer nach dem Totensonntag an“, sagt Liebsch. Die Vorbereitungen aber starten viel früher. An die 120 Fuhren Blautannenzweige hat Mörl auf seinem Autoanhänger in der Region gesammelt.

Wohin der Blick auch fällt - überall stehen, liegen, klettern und sitzen Weihnachts- sowie Schneemänner.

Wohin der Blick auch fällt - überall stehen, liegen, klettern und sitzen Weihnachts- sowie Schneemänner.

© dpa

„Die Leute wissen schon, dass wir für gefällte Nadelbäume dankbare Abnehmer sind“, erzählt Mörl, der noch immer als Sportlehrer arbeitet.

Die Abende vor dem ersten Advent verbringt er dann damit, Kabel und Lampen zu überprüfen, im Garten zu verlegen und die fünf Zeitschaltuhren zu installieren. Pünktlich um 15.30 Uhr wird dann der bevölkerte Garten in warmes Licht getaucht und um 19.30 Uhr geht es wieder aus. Ärger mit genervten Nachbarn habe es nie gegeben.

„Die Dekoration ist mein Part. Ich ordne die Figuren in jedem Jahr etwas anders an, damit es nicht langweilig wird“, erzählt Liebsch, die jetzt eigentlich keine weiteren Weihnachts- oder Schneemänner mehr aufnehmen will.

„Mein Mann kann sich nicht bremsen. Ist er allein unterwegs, schleppt er wieder welche an“, meint sie seufzend. Inzwischen wird es im Straupitzer Weihnachtsgarten auch richtig voll, sobald das Licht angeht und die Besucher in Scharen anlockt.

„Dann ist hier Völkerwanderung“, berichtet die Hausherrin. Denn Liebsch und Mörl haben ihr Hoftor weit geöffnet und freuen sich, wenn sich andere in Weihnachtsstimmung versetzen lassen.

Ein touristisches Highlight

Sogar der Straupitzer Bürgermeister André Urspruch (parteilos) ist ebenfalls voll des Lobes und spricht von einem touristischen Highlight. „Um attraktiv bei Gästen zu bleiben, müssen wir Besonderheiten bieten. Und diese Eigeninitiative trägt dazu bei, ist ein Alleinstellungsmerkmal unseres Ortes“, sagt er.

Bis Mitte Januar ist das Ensemble zu bewundern. Dann verschwinden die Weihnachtsmänner wieder auf dem Dachboden. Anschließend wird umdekoriert: Dann bevölkern mehr als 300 Osterhasen das Grundstück.

Nach Ostern ist für die Straupitzer aber endlich wieder Gartenzeit: An die zweitausend Töpfe und Kübel wollen bepflanzt werden. „Wir können von unserem Grundstück eigentlich nie länger weg, wollen es aber auch gar nicht.“

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