Attacke vor dem Lageso

Sieben Security-Männer haben ihn brutal verprügelt

Hier herrscht Faustrecht statt Mitgefühl

Lisa Steiner
Lesezeit 2 Min
Omar K. (27) wurde am Mittwoch vor dem Lageso brutal verprügelt. Weil er die Misshandlung eines weiteren Flüchtlings nicht hinnehmen wollte.

Omar K. (27) wurde am Mittwoch vor dem Lageso brutal verprügelt. Weil er die Misshandlung eines weiteren Flüchtlings nicht hinnehmen wollte.

© Lebie, privat

„Faustschläge ins Gesicht, Einblutung ins linke Auge, Sturz mit dem Kopf gegen die Wand, Tritt in die Hoden“ dokumentiert der Bericht aus der Notaufnahme, was Omar K. vor dem Lageso über sich ergehen lassen musste.

Höchst umstritten: die „Methoden“ privater Security-Firmen vorm Lageso.

Höchst umstritten: die „Methoden“ privater Security-Firmen vorm Lageso.

© dpa

Nur stockend und erst nach dem Versprechen, dass der KURIER seinen Namen ändert, erzählt der 27-Jährige, wie es zu der brutalen Prügelattacke kam. „Ich wartete in der Schlange. Da sah ich, wie die Securitys einen Mann hindern wollten, ins Amt zu gelangen. Sie schlugen ihn. Zu siebent.“ Weil Omar sein Handy zückte – wohl um die Misshandlung zu dokumentieren – gingen die Männer auch auf ihn los. „Ich wich zurück, doch sie schlugen trotzdem drauf los.“

Als er, nach unzähligen Faustschlägen und nachdem man seinen Kopf mehrfach gegen eine Wand gedonnert hatte, noch immer stand, trat man Omar zu Boden. Seine Frau und seine Tochter mussten zusehen. Als die 20-Jährige ihrem Mann zu Hilfe eilen wollte, stießen die Security-Männer auch sie nieder. „Dann kam endlich die Polizei. Sie hat es beendet“, erzählt Omar.

Der Flüchtling erstattete Anzeige wegen Körperverletzung. Jetzt hofft er, dass er einen Anwalt findet, der ihm hilft. Und: „Ich will, dass die Zeitung die Verletzungen zeigt. Das soll niemandem mehr passieren“, so Omar zum KURIER.

„Wir sind von Syrien weg wegen der Gewalt“, sagt seine Frau, ehe ihre Stimme bricht. Sie versteht nicht, wieso ihrem Mann im sicheren, friedlichen Deutschland so etwas passieren kann. Denn eigentlich hatte es die junge Familie geschafft. Omar hat einen Flüchtlingsausweis. Und: Er hatte einen Termin beim Lageso, wo ihm seine neue Unterkunft zugeteilt werden sollte. Stattdessen schläft die Familie weiter in einer vorübergehenden Notunterkunft. Und hat Angst.

Die Prügelattacke auf Omar K. ist nicht die erste. Schon Ende Oktober hatten zwei Security-Mitarbeiter einen Iraker vor dem Lageso brutal zusammengeschlagen. Damals gab es ein Beweisvideo, weil gerade ein Kameramann vor Ort war. 

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