Asche einfach so auf dem Friedhof verstreut

Die traurige Wiese der Mauertoten

Ihre Leichen wurden heimlich im Krematorium Baumschulenweg verbrannt ...

Holger Schacht
Lesezeit 2 Min
Diese Gedenktafel auf der Wiese, die als Aschehain genutzt wurden ist. 

Diese Gedenktafel auf der Wiese, die als Aschehain genutzt wurden ist. 

© Sabine Gudath

Noch lange nach der Wende war es unklar, wohin die Leichen der an den Grenzanlagen Erschossenen und Ertrunkenen gebracht worden waren. Das SED-Regime und die Stasi hatten kein Aufsehen erregen wollen, sie vertuschten die Todesfälle. Die Leichen kamen ins Krematorium Baumschulenweg und nach der Einäscherung, verstreuten Mitarbeiter die Asche auf einer Wiese. Ohne Tafel, ohne Grabstein.

Die traurige Wiese der Mauertoten! Aus deren Namen wurde „unbekannt“, ihr Schicksal ebenso verheimlicht wie der Schießbefehl. Oliver Igel (SPD), Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick: „Diese Opfergruppe droht in Vergessenheit zu geraten. Angehörigen dieser Mauertoten fehlt ein Ort der Trauer.“

Roland Jahr erinnert in seiner Rede auch an die sechs Mauertoten, deren Verbleib ungewiss ist.

Roland Jahr erinnert in seiner Rede auch an die sechs Mauertoten, deren Verbleib ungewiss ist.

© Sabine Gudath

Der ist jetzt geschaffen. Vor Enthüllung der Gedenktafel erinnerte Roland Jahn, Bundesbeauftragter der Stasi-Unterlagen an den Tod des West-Berliners Gerald Thiem, der 1970 starb und dessen Asche hier verstreut wurde. 177 Schüsse feuerten Grenzsoldaten auf den Mann, der vom Westen ins Grenzgebiet geriet. Erst 1994 erfuhren seine Töchter, warum ihr Vater nicht mehr nach Hause kommt. An der Berliner Mauer verloren mindesten 138 Menschen ihr Leben. SCHA

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