Die Architekten kommen

Charlie, wie wirst du dir verändern!

Jury will einen Mix aus den besten Bau-Vorschlägen an der früheren Grenze.

Ulrich Paul
Lesezeit 2 Min
Der ehemalige Übergang Checkpoint Charlie ist ein Touristenmagnet.

Der ehemalige Übergang Checkpoint Charlie ist ein Touristenmagnet.

© Markus Waechter

Montag befasste sich ein Obergutachtergremium mit den Vorschlägen sowie den Kommentaren der Bürger. Dabei zeigte sich: Die sieben präsentierten Entwürfe polarisieren. Umstritten ist etwa der Entwurf des Büros David Chipperfield, nachdem ein 90 Meter hohes Hochhaus direkt über der Friedrichstraße errichtet werden soll.

Während die Befürworter den Vorschlag als „atemberaubend, elegant, kraftvoll“ beschreiben, lehnen die Gegner das Gebäude als „zu hoch“ ab. Die Kritiker bemängeln, dass mit dem Turmbau die Sichtachse auf der Friedrichstraße zerstört werde.

„Schlicht, ruhig, zurückhaltend“

Am Entwurf des Architekturbüros Graft, nachdem zwei massive Gebäude errichtet werden sollen, die so aussehen, als würden sie nach hinten wegkippen, scheiden sich ebenfalls die Geister. „Ungewöhnlich, markant“ loben die Befürworter. Kritiker indes bemängeln, dass die monumentale Bebauung dem Ort nicht gerecht werde.

Interessant fällt das Urteil zum Vorschlag des Architekturbüros Sauerbruch & Hutton aus, das sich mit einer rund 37 Meter hohen Bebauung noch am ehesten in die Stadtstruktur einfügt. „Schlicht, ruhig, zurückhaltend“, loben die Befürworter. Die Kritiker sehen genau darin den Nachteil: „Nicht mutig, zu sachlich, zu nüchtern“, lautet ihr Urteil.

Mix aus den besten Bau-Vorschlägen

Rund 300 Bürger hatten sich die sieben Entwürfe angesehen. Knapp 100 von ihnen hatten sich dazu geäußert. Am Montagabend wollten sich die Obergutachter auf ein Votum zu den Entwürfen verständigen. Es sei dabei nicht zu erwarten, dass ein Sieger gekürt werde, hieß es. Vielmehr sollten „die besten Sachen“ aus mehreren Entwürfen in die Planung einfließen.

Als „Grundfehler“ stufen Kritiker den Verkauf der Flächen in den 90er-Jahren ein und forderten den Rückkauf der noch unbebauten Areale. Der Investor Trockland will am Checkpoint Charlie bauen. Eigentümer ist er aber noch nicht. Berlin hat ein Vorkaufsrecht. Trockland will ein Hotel, Büros, Geschäfte und Wohnungen bauen. Außerdem soll ein Museum entstehen.

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