Arabische Mafia in Berlin

Kriminelle Familien-Clans sind nur schwer zu knacken

Die bekanntesten Mafia-Organisationen stammen zwar aus Italien. In Deutschland gibt es schon länger aber auch andere Strukturen. In Berlin ist eine arabische Gruppe berüchtigt.

Andreas Rabenstein
Lesezeit 3 Min
Die Mafia der Araber-Clans Ein massives Problem in Berlin sind die arabischen Großfamilien. Es gibt etwa 25 bis 30 von ihnen – mit je 50 bis 500 Mitgliedern. Nicht alle sind Verbrecher, aber das kriminelle Zehntel hat es in sich: Drogen- und Raub-Delikte, Erpressung, Zuhälterei und sogar Mord gehören zum professionell betriebenen Geschäft. Im Streit rivalisierender Clans sitzen die Messer locker, aber eine Festnahme ist noch kein Garant für Ermittlungserfolge. Oft schweigen alle Beteiligten, lassen ihre Konflikte von „islamischen Friedensrichtern“ schlichten. Die legen dann etwa Ausgleichszahlungen fest. Das unterläuft systematisch den Zugriff der deutschen Justiz.

Die Mafia der Araber-Clans Ein massives Problem in Berlin sind die arabischen Großfamilien. Es gibt etwa 25 bis 30 von ihnen – mit je 50 bis 500 Mitgliedern. Nicht alle sind Verbrecher, aber das kriminelle Zehntel hat es in sich: Drogen- und Raub-Delikte, Erpressung, Zuhälterei und sogar Mord gehören zum professionell betriebenen Geschäft. Im Streit rivalisierender Clans sitzen die Messer locker, aber eine Festnahme ist noch kein Garant für Ermittlungserfolge. Oft schweigen alle Beteiligten, lassen ihre Konflikte von „islamischen Friedensrichtern“ schlichten. Die legen dann etwa Ausgleichszahlungen fest. Das unterläuft systematisch den Zugriff der deutschen Justiz.

© Schröder Lizenz

Schon der Begriff eines „kriminellen Clans“ sei aus polizeilicher Sicht nicht definiert, heißt es. Familienzugehörigkeiten von Straftätern würden nicht erfasst. Die Kripo-Experten für organisierte Kriminalität ermitteln immer wieder gegen Mitglieder der Clans wegen Überfällen, Geldwäsche und Rauschgifthandel.

Familienzugehörigkeiten von Straftätern werden demnach aber nicht erfasst. Immer mal wieder wurden auch einzelne Familienmitglieder von arabischen Großfamilien unter Polizeischutz gestellt, aber „unabhängig von der Art der Familienzugehörigkeit“.
Zu den verschiedenen Bereichen dieser Art von Mafia-Kriminalität fallen die Antworten recht vage aus.

Zwar kann die Polizei einzelne Taten ganz oder teilweise aufklären, wie etwa den Überfall auf das Pokerturnier am Potsdamer Platz 2010, bei dem 240.000 Euro geraubt wurden, oder den Überfall auf Juweliere im Luxuskaufhaus KaDeWe kurz vor Weihnachten 2014 mit geraubtem Schmuck im Millionenwert. Die Strukturen sind aber juristisch schwer zu greifen.

Nach Angaben der Senatsinnenverwaltung betrafen 26 Ermittlungskomplexe im Bereich organisierte Kriminalität zwischen 2011 und 2014 Verdächtige überwiegend arabischer Herkunft. Das zeigt das Ausmaß der mafiösen Komplexe.

Das Geld investieren die Clans unter anderem auch in den Kauf von Wohn- und Geschäftshäusern in Berlin und Brandenburg: „Dem LKA liegen Verdachtsfälle vor, bei denen Erlöse aus Straftaten, auch aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität (OK) (...) in Immobilien investiert wurden“. Bekannt würden solche Fälle immer mal wieder durch Banken und Immobilienmakler, die sich im Rahmen des Geldwäschegesetzes meldeten.

Hier wünscht sich die Polizei „vereinfachte und verbesserte Möglichkeiten der Gewinnabschöpfung, (...) um die OK-Strukturen nachhaltig zu schwächen“. Der Senat schreibt: „Tatverdächtige könnten verpflichtet werden, den Nachweis zu erbringen, dass Geld und hochpreisige Vermögenswerte aus legalen Geschäften hervorgegangen sind.“ Derartige Möglichkeiten der sogenannten Beweislastumkehr hat etwa die italienische Justiz bei ihrem Vorgehen gegen die dortige Mafia.

Als ernstes Thema bezeichnete der Senat in diesem Zusammenhang auch die sogenannten Friedensrichter, die in einer Art Paralleljustiz bei Streitereien oder kriminellen Taten innerhalb der Zuwanderer-Gruppen agieren. „Es handelt sich um ein gesellschaftliches Phänomen, welches in der Tradition einiger Kulturkreise verwurzelt und anerkannt ist.“

Die Justizverwaltung will das Problem mit einer Studie beleuchten, die Ende des Jahres fertig sein soll. Der Senat räumte jedoch ein, Beteiligte dieser Verfahren würden kaum aussagen - daher gebe es auch fast nie eine Strafverfolgung.

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