Natürlich war der Home Pod das große Ding auf der Apple-Entwicklerkonferenz zu Wochenbeginn. Allerdings dürfte die Apple-Gemeinde eine weitere Ankündigung von Firmenchef Tim Cook um einiges mehr interessiert haben: Im Herbst will der kalifornische IT-Gigant mit iOS 11 ein neues Betriebssystem für iPhones und iPads an den Start bringen.
Dies darf wohl schon heute als einer der größten technologischen Schritte auf Systemebene gelten. Dass die bordeigene Sprachassistentin Siri eine natürlichere Stimme bekommt, ist da nur Beiwerk und führt sogar in die Irre. Denn tatsächlich wird Siri mit künstlicher Intelligenz aufgerüstet und vermag es, Sprache zu übersetzen. Englisch, Deutsch, Chinesisch, Französisch, Italienisch und Spanisch wird Siri zum iOS 11-Start beherrschen. Weitere Sprachen sollen hinzukommen. Darüber hinaus wird die Assistentin in der Lage sein, zu lernen und sich permanent dem Nutzer anzupassen, wofür Siri auch Daten etwa aus Safari, der Mail-App und iMessage nutzt.
Apple beendet mit iOS11 die Integration von Facebook
Andererseits streicht Apple die bislang eingebaute Integration von Facebook, Twitter, Flickr und Vimeo. Konnten also die Account-Daten dieser Apps noch in den Systemeinstellungen hinterlegt werden, so geht das unter iOS 11 nicht mehr. Nachrichten aus iMessage werden dagegen künftig über iCloud, iOS und macOS synchronisiert. Das bedeutet, dass der Nutzer Nachrichten und Unterhaltungen etwa nur noch einmal löschen muss und einfacher auf neue Geräte bringen kann. Fraglich bleibt, ob das nicht auch zu Lasten des Datenschutzes geht.
Dafür sorgt sich Apple offenbar um die physische Sicherheit seiner Nutzer und Mitmenschen. Wozu insbesondere große deutsche Autokonzerne längst in der Lage sind, nämlich zu erkennen, ob ein Auto tatsächlich fährt oder nur auf dem Prüfstand steht, werden mit iOS 11 auch Apples Handcomputer können. iPhone wie auch iPads erkennen dann, ob der Nutzer gerade Auto fährt, um automatisch in den Nicht-Stören-Modus zu wechseln. Zugleich werden vom Straßenverkehr ablenkende Push-Nachrichten unterdrückt und Anrufer bekommen die automatisierte Antwort, dass der Angerufene gerade fährt.
Bildstabilisator für Selfies
Darüber hinaus bedient Apple die Hobbyfotografen und Selfiefreunde seiner Fangemeinde und unterlegt den beliebten Porträt-Modus mit Bildstabilisator, Hochkontrast-Modus und sogenanntem True Tone-Blitz.
Da das Unternehmen natürlich nichts zu dem Zufall überlassen will, gibt es auch einen neuen App Store, der Nutzern das Entdecken neuer Anwendungen erleichtern soll. Dafür wurden die Kategorien an der Unterseite der App-Store-Anwendung überarbeitet. Ein „Heute“-Tab wird etwa spezielle Anwendungen und Neuerscheinungen hervorheben.
iPhone 5 ist für das iOS-Update zu alt
Über all diese Neuheiten dürfen sich allerdings nicht alle Apple-Nutzer freuen. Denn wieder gibt einige iPhones und iPads, deren Hardwareleistung nicht mehr den neuen Ansprüchen genügt. Die Grenze dafür markiert diesmal der 64-Bit-Prozessor.
Das erste iPhone mit diesem Prozessor war das iPhone 5s, weshalb frühere iPhones vom Update auf iOS 11 ausgeschlossen bleiben. Soll heißen: Das iPhone 5 und iPhone 5c verbleiben endgültig auf iOS 10-Level. Auch beim iPad zieht Apple die 64-Bit-Grenze – das iPad 4 ist damit nicht mehr dabei. Das iPad Air 2 ist das kleinste Modell mit iOS-11-Unterstützung. Für den iPod Touch der sechsten Generation gibt es das neue Betriebssystem ebenfalls noch, das zugleich das Ende der 32-Bit-Ära bei Apple markiert.
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