Mit einem seiner Kinder war Teichtal durch Wilmersdorf gegangen, als er vom Fenster einer Wohnung heraus antisemitisch angepöbelt wurde. Die beiden Männer riefen zunächst in Richtung des Rabbiners, „Jude, Jude“. Kurz darauf spuckten sie mehrmals in Richtung des Mannes und des Kindes und riefen weitere Drohungen in arabischer Sprache.
Als Teichtal seinen Weg fortsetzte, hörte er weiterhin die Tiraden der Täter, unter anderem die Parole „Freiheit für Palästina“. Er wandte sich nach dem Vorfall an die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus, die ihn bei der Anzeigenstellung unterstützte.
Antisemitische Angriffe: Jüdische Gemeinde fordert Schutz auf dem Weg zur Synagoge
Nach Angaben einer Polizeisprecherin leitete der Staatsschutz beim Landeskriminalamt ein Verfahren ein. Die Täter seien noch nicht ermittelt worden, sagte die Sprecherin.
„Wir müssen leider feststellen, dass die Aggressionen gegen Juden sowohl auf den Schulhöfen als auch auf den Straßen Berlins ein Eigenleben entwickelt haben", erklärte Teichtal, der auch Vorsitzender des Chabad Jüdischen Bildungszentrums ist, am Mittwoch unter anderem. "Ich bleibe aber weiterhin überzeugt: Die meisten Menschen in Berlin wollen diese Aggression gegen Juden als traurigen Bestandteil des jüdischen Alltags nicht hinnehmen."
Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Gideon Joffe, erklärte unter anderem, Rabbiner Teichtal setze sich vorbildlich für ein durch Liebe zur Würde des Menschen getragenes Miteinander zwischen allen Religionen und Kulturen ein. "Dieser Vorfall beweist, wie wichtig es ist, den Kampf gegen Antisemitismus durch weitere praktische Maßnahmen zu verstärken." Joffe forderte verstärkten Polizeischutz. Beamte in Zivil sollten sicherstellen, dass die Beterinnen und Beter ihren Weg zur Synagoge und zurück im Umfeld der Gotteshäuser ungestört antreten können.
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