Berlin soll leiser werden. „Viele Menschen erleben Lärm als belastend, als Stressfaktor, der gesundheitsschädlich ist“, sagt Umweltstaatssekretär Stefan Tidow. Deshalb startete der Senat vor einem Monat auf www.berlin.de das Portal „Leises Berlin“, wo Berliner ihre Lärmorte noch bis Mittwoch (18 Uhr) nennen können. Die Ergebnisse sollen in den neuen Lärmaktionsplan des Senats einfließen.
Immer mehr solcher Party-Boote schippern auf der Spree. Den Berlinern nervt der Lärm.
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Die bisherigen Hinweise zeigen: Den Berlinern nervt nicht nur Verkehrslärm. Auch die Feuerwehrwache Urban (Kreuzberg) wurde als Krachmacher gemeldet. „Die Einsatzfahrzeuge donnern mit eingeschaltetem Signal mehrmals durch die nahe Johanniterstraße. Damit wird der Lärmpegel zusätzlich erhöht“, heißt es in der Beschwerde. In einer anderen wird gefordert, dass Rettungswagen nicht mehr so oft am Charlottenburger Schloss mit Blaulicht laut vorbeifahren sollen.
Dass die Berliner Feuerwehr täglich 1500 Mal alarmiert wird, oft ausrücken muss, um Leben zu retten, scheint die klagenden Berliner nicht zu interessieren. Selbst die Kreuzberger Christus-Kirche (Hornstraße) wird im Internet als Lärmort angeprangert. Ihre Glocken läuten täglich um 8, 12 und 18 Uhr.
Die Feuerwehrwache Urban in Kreuzberg: Anwohner regen sich über die lauten Rettungswagen auf.
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„Es ist in der Straße nicht möglich, sich in dieser Zeit draußen zu unterhalten“, lautet die Beschwerde. „Es gibt Lärm, der aufgrund geltender Rechtslage und aus naheliegenden Gründen akzeptiert werden muss“, sagt Umweltverwaltungs-Sprecherin Dorothee Winde. Dazu zählen Signalhörner der Rettungsfahrzeuge und auch Kirchenglocken sind von gesetzlichen Beschränkungen ausgenommen.
Die Umfrage zeigt: Die Berliner regen sich auch über die vielen Party-Boote auf, auf denen Menschen im Sommer lärmend auf der Spree fahren. Klagen kommen von Ufer-Bewohnern und Menschen, die am Wasser nach Erholung suchen.
„Waschmaschine im Schleudergang“
Viele Beschwerden hagelt es zum Lärm in den Party-Kiezen am Klub Berghain und der Warschauer Straße. Als Belästigung empfinden Anwohner der Oderberger Straße die Straßenmusikanten, die dort laut von Lokal zu Lokal ziehen. Heftig debattiert wird in der Umfrage um ein Lokal in der Weinmeisterstraße 10 in Mitte.
Deren Lüftungsanlage wäre so laut wie eine „Waschmaschine im Schleudergang“, raube den Anwohnern den Schlaf. Die meisten Hinweise gab es zum Straßenlärm (70 Prozent). Zu den Spitzenreitern gehört der Durchgangsverkehr in der Zossener Straße (Kreuzberg).
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