Ante Covic

Acht Gegentore! Das ist Neuland für mich

Herthas Trainer kündigt nach der zweiten 0:3-Klatsche Nachhilfe für die Defensive an.

Wolfgang Heise
Lesezeit 3 Min
Ante Covic (r.) kommt Ins Grübeln, weil Hertha zu viele Tore kassiert.

Ante Covic (r.) kommt Ins Grübeln, weil Hertha zu viele Tore kassiert.

© City-Press GmbH

Auch einen Tag danach wirkt Trainer Ante Covic sehr nachdenklich, als er auf den Schenckendorffplatz kommt und die Mannschaft zum Joggen schickt. Die Euphorie aus der Sommervorbereitung ist weg. Die Phase des Testens ist vorbei.  Covic ist mittendrin in der Bundesliga und er muss schnell Lösungen finden.

 Mit der neuen Drucksituation geht er offensiv um und spricht das Kernproblem direkt an: „Wir haben acht Gegentore bekommen. Das müssen wir schleunigst abstellen. So wird es schwierig, Spiele zu gewinnen. Der Gegner muss nicht viel machen, um gegen uns zu treffen. Das müssen wir in den nächsten zwei Wochen verbessern.“

Heißt: Ab jetzt wird erstmal Defensivarbeit gepaukt. Das heißt aber nicht, dass Covic sein offensiveres System aufgibt. Daran glaubt er fest.

Schlechte Zweikampffführung

 Was waren die Ursachen für die zweite 0:3 Klatsche nach Wolfsburg? Da hat Covic zwei generelle Dinge ausgemacht. „Es hat einiges gefehlt. Unsere Zweikampfführung in den entscheidenden Momenten war nicht gut – gerade im letzten Drittel.“ Damit meint er die Abwehrzone.

„Wir werden zu breit, wenn wir gegen den Ball spielen. Beim 0:3 sind wir hinten klar in Überzahl. Das war alles zu abwartend“, so Covic. Schalkes Kenny konnte ohne Gegenwehr einfach aus 20 Metern abdrücken.

Dazu erwischte Niklas Stark (wurde zur Nationalelf nominiert) einen schlechten Tag. Ein Eigentor zum 0:1 und auch beim 0:2 hätte der Schalkes Stürmer Guido Burgstaller früher stören müssen. „Niklas ist erfahren genug, um zu wissen, dass er nicht die glücklichste Figur gegeben hat“, erklärt Covic.

"Wir müssen mehr reden!"

Bezeichnend war auch die schläfrige Aktion kurz vor der Halbzeitpause, als er sich den Ball von Burgstaller abluchsen ließ und der fast traf. Covic: „Da wären wir die Lachnummer gewesen.“

Mangelnde Kommunikation auf dem Platz. Das ist für Covic das Hauptproblem.   „Wir müssen auf dem Platz mehr miteinander sprechen. Der Glaube, dass man sprechen muss, muss wieder her.“

Beim 0:2, als Hertha völlig naiv in den Konter lief, war für den Trainer ein Beweis dafür.   „Das war mangelnde Absprache, die hinteren Leuten haben da Marko Grujic im Mittelfeld nicht gesteuert“, so Covic. Gemeint sind Stark und Karim Rekik. 

„Die Situation ist nicht angenehm. Das müssen wir aufarbeiten mit den acht Gegentoren. Für mich als junger Trainer ist das auch Neuland. Ich wäre naiv, wenn ich darauf jetzt nicht reagiere oder glauben würde: Wir schießen dann zehn Tore. Arbeiten, Ärmel hochkrempeln. Wir müssen aus der Spirale rauskommen.“

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