Anonymer Drohbrief

Perverser Terror gegen Lisa (14)

Nun rätseln Familie und die Polizei: Wer ist der irre Schreiber?

Florian Thalmann
Lesezeit 3 Min
Stefanie Enderlein (33) und ihre Tochter Lisa-Maria (14) sind fassungslos: Welcher Irre legte den Drohbrief vor ihre Haustür?

Stefanie Enderlein (33) und ihre Tochter Lisa-Maria (14) sind fassungslos: Welcher Irre legte den Drohbrief vor ihre Haustür?

© Thomas Uhlemann

Stefanie Enderlein (33) kann noch immer nicht fassen, was ihre Tochter Lisa-Maria (14) am Wochenende vor der Haustür entdecken musste: Hier legte ein unbekannter Täter einen Drohbrief ab, der die gesamte Nachbarschaft rätseln lässt. Ein Blatt Papier, bedruckt mit dem Computer. „Hallo Schlampe, willst du entweder für mich spielen, oder mein Feind/Opfer sein? Entscheide dich!“

Drohbrief enthielt auch ein Foto

„Meine Tochter wollte gerade mit dem Hund Gassi gehen, als sie den Umschlag entdeckte“, sagt Enderlein dem KURIER. „Er lehnte an der Haustür.“

Sofort öffnete sie ihn, fand darin neben dem Zettel auch ein Foto des Hauses – das Schreiben landete also nicht zufällig hier. Zudem geht die Familie davon aus, dass die Botschaft an Tochter Lisa-Maria gerichtet war. „Weil der Brief genau zu der Zeit auftauchte, zu der sie immer mit dem Hund spazieren geht“, sagt Enderlein.

Dem Brief lag noch ein ausgedrucktes Foto des Hauses der Familie bei.

Dem Brief lag noch ein ausgedrucktes Foto des Hauses der Familie bei.

© Thomas Uhlemann

Im Brief heißt es: „Hier sind die Spielregeln, falls du dich schlau entscheidest. Egal was ich dir befehle zu tun, du wirst es tun. Keine Angst, wenn du tust was ich sage wirst du nicht verletzt werden“, schreibt der Irre. Und weiter: „Du wirst daran auch Spaß haben, versprochen. Meine Feinde sind/waren auch deine Feinde. Schließlich weiß ich alles über euch.“ Was all das zu bedeuten hat, weiß niemand. „Meine Tochter konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Sie wurde erst ruhiger, als wir zur Polizei gingen.“

Die Direktion West der Brandenburger Polizei, die auch für den Ort zuständig ist, bestätigte den Vorfall auf KURIER-Nachfrage. „Die Ermittlungen der Potsdamer Kriminalpolizei wegen Beleidigung und Nötigung dauern an“, teilte Sprecherin Juliane Mutschischk mit.

In den letzten Tagen sei der Potsdamer Polizei sogar ein weiterer Brief dieser Art bekannt geworden. Zu weiteren Ermittlungen könne man sich nicht äußern. „Zu taktischen Maßnahmen der Polizei tätigen wir grundsätzlich keine Aussage.“

Nachricht auf Facebook veröffentlicht

Die Enderleins bekamen von der Polizei den Rat, die Geschichte öffentlich zu machen. Auf Facebook veröffentlichten sie ein Foto der Nachricht, schrieben dazu: „Wenn noch jemand betroffen ist, kann er sich gerne bei mir melden oder direkt die Polizei aufsuchen.“ Stefanie Enderlein und ihre Tochter wollen, „dass andere, die vielleicht auch einen solchen Brief erhalten haben, sich trauen, das öffentlich zu machen.“

Was oder wer hinter der seltsamen Botschaft steckt, ist vollkommen unklar. „Wir haben erst vermutet, dass es ein Teenager-Streich ist – aber wer macht so etwas?“ Auch Feinde habe die Familie keine.

Auch die Menschen auf Facebook zeigten sich fassungslos. „Was gibt es für kranke Leute. Gut das ihr das öffentlich macht“, schrieb eine Nutzerin. Eine andere: „Wie krank ... tut mir sehr leid für das Mädchen! Gut das sie alles gesagt hat!“ 

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