Dass die USA sich aber in der Vergangenheit auch mit jüdischen Asylsuchenden während des zweiten Weltkrieges mehr als schwer taten, beleuchtet ein Dokumentarfilm über die Versuche von Otto Frank, Vater der durch ihr Tagebuch weltberühmten Anne Frank, ein Einreisevisum für seine Familie zu bekommen.
Die Familie von Anne Frank flüchtete vor den Nazis nach Amsterdam, wurde dort aber verraten und kam ins KZ.
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Bislang unveröffentlichte Briefe belegen, wie der vor den Nazis nach Amsterdam geflohene deutsche Kaufmann zwischen 1941 und 1944 verzweifelt und fruchtlos versucht hat, in Amerika Asyl zu bekommen.
„Amerika ist das einzige Land, wo wir hin könnten. Es ist vor allem im Interesse unserer Kinder. Unser Schicksal ist nicht so wichtig“, schrieb Otto Frank am 30. April 1941.
Aber alle Anträge und Bittgesuche wurden trotz Fürsprache von einflussreichen US-Freunden abgelehnt oder so lange hinausgezögert, bis es zu spät war: Otto Frank, seine Frau Edith und die Töchter Anneliese („Anna“) und Margot, die sich zwei Jahre in einer Hinterhauswohnung versteckt hatten, werden verraten und kommen ins KZ. Während die Frauen in Bergen-Belsen sterben, wird Otto Frank 1945 von sowjetischen Truppen befreit.
Anne Franks Stiefschwester Eva Schloss, heute 86 Jahre alt, erklärte bei der Premiere der Dokumentation „Kein Asyl: Das unbekannte Kapitel der Anne Frank-Story“: „Es hätte vieles verhindert werden können damals. Wenn Länder wie die USA, Kanada, Australien und andere in Sachen Asyl unbürokratischer und schneller reagiert hätten.“
Amerika hätte damals ohne weiteres ein paar Millionen Juden zusätzlich aufnehmen können und es wäre vielleicht nie zu einem Holocaust in diesem schlimmen Ausmaß gekommen.
Regisseurin Paula Fouce, die in einem New Yorker Archiv die Briefe gefunden hatte, ergänzte: „Die Argumente heute gegen Syrien-Flüchtlinge klingen fast wie damals gegen jüdische Asylbewerber: Das Sozialsystem sei in Gefahr. Angst. Terroristen oder Spitzel könnten sich einschleichen.
Bisher haben die USA insgesamt nur 2200 Flüchtlinge aufgenommen. Die Wartezeit beträgt wegen der bürokratischen Auflagen bis zu zwei Jahre. Paula Fouce beklagt: „Und dabei haben die USA und England durch die Bombardierungen eine Mitschuld, dass es zu dem Krieg und der Flüchtlingsproblematik gekommen ist.“ DS
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