Anna Loos

Selbst festgenommen zu werden, wäre eine interessante Erfahrung

In ihrem neuesten Fall muss „Helen Dorn“ aber erst mal einen Polizistinnen-Killer zur Strecke bringen.

Karim Mahmoud
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Anna Loos

Anna Loos

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Eine erschossene Kollegin, doppeltes Kidnapping und ein Knacki, der auf dem Weg in die Klinik abgeknallt werden soll. Im neuesten Fall von Helen Dorn („Bis zum Anschlag“, Sonnabend, 24. Januar, 20.15 Uhr im ZDF) ermittelt Anna Loos (44) in Sachen Selbstjustiz. Karim Mahmoud hätte da noch ein paar Fragen ... 

KURIER: Hatten Sie ein Sekündchen Zweifel, dass Helen diesen verzwickten Fall lösen kann?

Anna Loos: Nein, genau wie Helen bin ich kein Zweifler. Es gibt keine Morde ohne Grund. Und selbst, wenn die Spuren dünn sind, so gibt die Frage nach dem Warum doch viele Antworten und auch den Weg zur Lösung.

Sie haben selbst Kinder. Wie nah lassen Sie solche Kidnapping-Geschichten an sich ran?

Ich lasse jede Geschichte an mich ran, wenn sie gut erzählt ist. Natürlich bin ich, sobald Kinder im Spiel sind, seit ich selbst Kinder habe, um einiges sensibler geworden. Das Furchtbare ist ja nicht unser Film, ich weiß ja, dass dies alles auf Drehbuchseiten basiert und von Schauspielern in dem geschützten Raum eines Filmsets dargestellt wird. Das eigentlich Furchtbare ist das wahre Leben und dessen Geschichten, die Ähnlichkeiten mit den Storys haben, die wir verfilmen. Die Kinder, die in der Realität in Situationen  geraten, an denen  kindliche Seelen Schaden nehmen. Egal, ob ich mir einen Film anschaue oder am Entstehungsprozess beteiligt bin: Nach solchen Geschichten schlagen mich Zeitungen und Nachrichten mit einer noch größeren Wucht um, denn ich habe durch die Filme einen emotionalen Zugang zu Figuren, die für diese Kinder stehen und diese Geschichten machen mich traurig und auch wütend.

Wie weit würden Sie gehen, wenn das Leben Ihrer eigenen Kinder bedroht ist? 

Ich würde sagen, sehr weit. Und das sollte lieber niemand ausprobieren.

Der Zuschauer weiß immer mehr als die Ermittlerin. Warum ist das bei „Helen Dorn“ so?

Tatsächlich haben wir uns mit diesem Film einmal vom klassischen "who done it" entfernt. Aber bei Helen Dorn geht es nicht nur um das „WER war es?“, sondern es geht vor allem um das WARUM. Die interessanten Kriminalfälle, aber vor allem die Personen, die sich um diese bewegen - das ist, was uns interessiert.

Sie schießen auch scharf. Haben Sie sich an der Waffe schulen lassen?

Natürlich. Ich muss für Dreharbeiten teilweise mit der Waffe umgehen, und nicht immer kann ich sie aus bildtechnischen Gründen hundertprozentig korrekt bedienen. Um hier einen guten Mittelweg zu finden, ist es sehr wichtig, dass ich weiß, was hundertprozentig korrekt ist. Die Kraft, die ein Schuss an die Muskulatur des Schießenden weitergibt, muss man schon gespürt haben, wenn man so tut, als würde man schießen.

Über Helens Privatleben ist wenig bekannt. Erzählen sie uns einen Schwank aus dem Leben dieser coolen Polizistin.

Wir haben uns den Luxus erlaubt, was die Figur der Helen Dorn angeht, uns eine sehr lange Einführung herauszunehmen. In den ersten Filmen lernt der Zuschauer Helen erst einmal kennen, wie ein Beobachter, ohne dass wir ihm gleich den Lebenslauf der letzten 30 Jahre dieser Figur um die Ohren hauen. Etwa ab dem 5. Film wird Helen Dorn dem Zuschauer mit einem weiteren Schritt näherkommen und darauf freue ich mich schon sehr. Wir haben ja hier eine Reihe und versuchen diese auch zu nutzen. Natürlich werde ich nicht vorher preisgeben, womit wir die Zuschauer überraschen.

Helen trägt eine gewisse Grundtraurigkeit und Melancholie in sich. Was ist der Grund dafür?

Auch das wird der Zuschauer von Helen Dorn verstehen, wenn er unsere Reihe weiter verfolgt. Die Biografie von ihr ist natürlich der Grund für ihren Zustand, und auf diese Reise werden wir gehen.

Wie oft haben Sie eigentlich selbst schon eine Wache von innen gesehen?

Sehr oft, denn ich hab mich gut auf meine Rolle vorbereitet. Festgenommen wurde ich bisher noch nicht, wenn Sie das meinen. Aber wenn ich so darüber nachdenke, wäre dies sicher eine interessante Erfahrung …

Und wann mussten Sie zuletzt die Hilfe der Polizei anfordern?

Das war vor ein paar Monaten, als ich morgens mit meinen Kindern ins Auto steigen wollte und es gar keine Technik mehr gab. Navi, Heizung - alles weg. Da half nur noch ein Taxi zur Schule, und dann ab zu den netten Jungs und Mädels in meinem Revier.

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