Polizei schlägt Alarm

Betrüger locken mit Traumrenditen: Senioren verlieren hunderttausende Euro

Betrüger bringen ältere Menschen um ihr Erspartes. Nun sind wieder Fälle im Osten Deutschlands öffentlich geworden. Die Polizei warnt vor den Maschen.

Foto von Autor/Autorin: Sebastian Karkos
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Die Polizei warnt vor Anrufen von Betrügern, die ihre Opfer unter Druck setzen. Häufig verlieren vor allem ältere Menschen dabei viel Geld.

Die Polizei warnt vor Anrufen von Betrügern, die ihre Opfer unter Druck setzen. Häufig verlieren vor allem ältere Menschen dabei viel Geld.

© Copilot/Mit KI generiert

Falsche Finanz-Vermittler, gefälschte KI-Videos und angebliche Lottogewinne: Betrüger bringen derzeit reihenweise ältere Menschen im Osten Deutschlands um ihr Erspartes. Innerhalb weniger Tage meldeten sich mehrere neue Opfer bei der Polizei, die Schäden reichen von wenigen Tausend bis zu fast 200.000 Euro. Die Behörde warnt eindringlich vor dubiosen Geldanlagen!

Sechsstellige Verluste durch Fernzugriff und Fake-Videos

Ein Senior verlor zwischen Juli und September mehr als 70.000 Euro, nachdem ihm ein Online-Anbieter Gewinne im sechsstelligen Bereich in Aussicht gestellt hatte. Dafür nahm er sogar Kredite auf. Als er einem Unbekannten Fernzugriff auf seinen Rechner gab, verschwand das Geld auf ein litauisches Konto, so die Polizei Zwickau.

Kurz darauf wurde ein weiterer, noch größerer Fall bekannt: Ein Rentner ließ sich von einem mit Künstlicher Intelligenz erzeugten Video täuschen und überwies rund 193.000 Euro nach Litauen und Bulgarien.

Nicht genug: Ein Mann Ende 40 aus dem Landkreis Zwickau lernte über ein Datingportal eine Frau kennen, die ihm zu einer Investition riet. Als plötzlich eine angebliche Steuerforderung auf seine Gewinne auftauchte, wandte er sich online an vermeintliche Rechtsanwälte.

Wer sich von Anrufern unter Druck setzen lässt, fällt leichter auf Betrugsmaschen herein.

Wer sich von Anrufern unter Druck setzen lässt, fällt leichter auf Betrugsmaschen herein.

© IMAGO/MICHAEL BIHLMAYER

Diese banden ihn in eine Chatgruppe mit angeblich weiteren Opfern ein, in der behauptet wurde, sein Geld liege in einem asiatischen Casino fest und lasse sich nur durch neue Zahlungen freischalten. Erst als er finanziell am Ende war, durchschaute er die Falle. Verlust: rund 100.000 Euro!

83-jährige Frau übergibt Bargeld an Kurier

In Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) wurde eine 83-Jährige durch Onlinewerbung auf ein angebliches Investment aufmerksam. Selbsternannte Broker riefen sie wiederholt an und drängten zu Zahlungen. Im Glauben an eine Kryptoanlage überwies sie 20.000 Euro, weitere 60.000 Euro sollte sie bar an einen Boten aushändigen – selbst Warnungen ihrer Bank hielten sie nicht davon ab. Aufgedeckt wurde der Fall nur durch Zufall! Der 23 Jahre alte Kurier wurde tags darauf bei einer ähnlichen Übergabe in Niedersachsen geschnappt. Erst die Auswertung seines Handys führte die Ermittler zu der Seniorin.

Zwei weitere Fälle aus der Region Fischland-Darß-Zingst (Mecklenburg-Vorpommern) zeigen, dass die Maschen auch simpler funktionieren. Einem 89-Jährigen erzählten Anrufer, für ihn liege ein Krypto-Guthaben von 1,6 Millionen Euro bereit – gegen eine vorab zu zahlende Gebühr von 2000 Euro. Er überwies das Geld und merkte erst danach, dass es sich um Betrug handelte. In einem zweiten Fall gaben sich Anrufer als BKA-Beamte aus und drohten einem 47-Jährigen mit Ermittlungen wegen Lottobetrugs. Aus Angst zahlte er zunächst 5000, dann nochmals 5000 Euro. Insgesamt verlor er knapp 10.000 Euro!

Polizei rät Menschen zu mehr Misstrauen

Alle Fälle folgen demselben Muster: verlockende Renditen, künstlicher Zeitdruck, gezielte Ansprache älterer Menschen. Die Polizei empfiehlt: Seien Sie bei ungewöhnlich hohen Gewinnversprechen misstrauisch, nutzen Sie für Geldanlagen ausschließlich Ihre vertraute Bank und überweisen Sie keine größeren Beträge ungeprüft auf fremde, insbesondere ausländische Konten. Lassen Sie sich zudem am Telefon nicht unter Druck setzen, denn Behörden fordern niemals telefonisch zu Überweisungen auf.

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