Verden - Als Gesetzeshüterin sorgte sie für Recht und Ordnung - doch selbst wurde sie zur furchtbaren Verbrecherin. Die Lüneburger Polizistin Stefanie S. (25) soll ihr Baby mit einer Schere erstochen haben. Wegen Mordes steht sie seit gestern vor dem Landgericht Verden.Die Frau mit dunkelblondem Zopf wirkt eher wie ein schüchternes Schulmädchen, als sie in weißem Anorak und Handschellen den Gerichtssaal betritt. Während die Anklage verlesen wird, schaut sie auf den Boden. Niedere Beweggründe und Habgier wirft ihr Staatsanwältin Simone Fischer vor: "Stefanie S. wollte ihren hohen Lebensstandard nicht aufgeben, nicht auf das neue Cabrio, das Motorrad, die geplante Reise verzichten." So verleugnete und verschwieg sie die Schwangerschaft - auch weil sie sich vor der Reaktion ihres Verlobten, ebenfalls Polizeibeamter, fürchtete. Er war nicht der Vater ihres Kindes - sie hatte zur fraglichen Zeit Sex mit zwei anderen Männern.Der Verlobte soll in der Nacht, als sie das Baby heimlich und alleine zur Welt gebracht hatte, im Nebenzimmer geschlafen haben. Fischer: "Als das Kind da war, stach sie ruckartig auf den Säugling ein, versteckte den toten Jungen vier Tage in einer Plastikbox. Dann vergrub sie die Leiche mit einem Stein beschwert im Seitenarm der Wümme." Kurz darauf gestand die Beamtin Kollegen die Tat. Laut ihrem Anwalt will sich Stefanie S. im Prozess zum Verbrechen äußern. Die Aufarbeitung der Tat sei für sie wichtig. Sie habe die Schwangerschaft verdrängt, ergab ein Gutachten.------------------------------Zwischenzeile: LEICHE DES JUNGEN IN DER WÜMME VERGRABEN
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com