Gedränge im Saal. Zwei Verteidiger kommen auf einen Angeklagten (22 bis 56). Sechs von ihnen sitzen in Haft und jetzt hinter Panzerglas. Van Luyen N. (24) gilt als einer der Haupttäter. Die Anklage: „Innerhalb der Organisation hatte N. eine zentrale Rolle als Organisator von Schleusungen inne.“
Die Schleuser verdienten an den Träumen der Armen und Verzweifelten. Vietnamesische Familien verschuldeten sich, um Sohn oder Bruder auf die gefährliche Reise zu schicken. Großbritannien war das Traumziel. Sie hatten gehört, dass man viel Geld verdienen könnte. Tatsächlich wurden sie im kriminellen Cannabis-Anbau ausgenutzt.
Ein Schmuggel über mehrere Stationen: Moskau, Tschechien, Berlin, Paris, zuletzt durch den Eurotunnel. Immer versteckt, meist in Enge – oft wochenlang. N. und die Mitangeklagten saßen laut Anklage in Berlin, sollten sich um die Fahrten per Auto nach Paris kümmern.
Es geht um 23 Transporte, insgesamt rund 100 Geschleuste. Die Polizei hatte die Bande seit Juni 2010 im Visier. Neun der Menschen-Transporte konnten auf einer Autobahn in Deutschland gestoppt werden. Im Februar dann eine Großrazzia mit etlichen Festnahmen. Am Mittwoch soll es erste Aussagen geben. KE
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