Berlin - Das Risiko ist sein ständiger Begleiter. Die Angst trainiert immer mit. Wenn Diskus-Weltmeister Robert Harting in die Kraftbude geht, regieren Schmerzen und Stiche. So sehr, dass der 25-Jährige um seine Karriere bangen muss. Der Grund: Er leidet an einer bösen Venenentzündung! Und die kann im Extremfall tödlich sein.Das Schlimme daran ist die akute Thrombosegefahr. Das Blut stockt in den Venen. Löst sich ein Gerinnsel, kann das extreme Folgen haben. Klar, dass sich da selbst der sonst so coole Harting Sorgen macht. "Eine entfernte Kollegin von mir, die polnische Hammerwerferin Kamila Skolimowska, ist an derselben Sache sogar gestorben", erzählt er leise. Plötzlicher Herzstillstand bei einer 26 Jahre jungen Olympiasiegerin.Jung, durchtrainiert und muskelbepackt - so sieht der typische Thrombosepatient eigentlich nicht aus. Und trotzdem scheinen Spitzensportler besonders gefährdet. Hartings Erklärungsversuch: "Durch das viele Krafttraining am Limit haben ich in den letzten Jahren dicke Krampfadern gezüchtet."Doch wie ernst steht es um unseren Diskus-Riesen wirklich? Ist das Risiko, das der 2,02-Meter-Hüne eingeht, nicht viel zu groß? Immer öfter durchfährt ein beißender Schmerz seine Beine. Harting kann kaum ohne Qualen seine Übungen machen.Auch wenn die Muskeln nicht belastet werden, wird er an das Problem erinnert. "Wenn ich vor dem Fernseher sitze, durchzuckt es mich ganz plötzlich und unverhofft", erzählt er und ackert trotzdem in Kienbaum für die EM (27. Juli bis 1. August)."Bis dahin kämpfe ich mit Salbenverbänden gegen die Entzündung an und bin unter ständiger ärztlicher Kontrolle", meint Harting. "Aber im Herbst muss ich die Krampfadern auf jeden Fall in einer Klinik behandeln lassen. Sonst kann ich meine Kariere an den Nagel hängen."------------------------------BU: Im Werferring lässt sich Robert Harting nicht anmerken, dass er heftige Schmerzen zu erleiden hat.
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