Manchmal liefert die Politik Lehrstücke, die so passgenau sind, dass jeder Drehbuchautor sie als „zu plakativ“ abgelehnt hätte. Da nennt Wolfgang Kubicki, streitbarer Vizepräsident des Bundestages a. D., den amtierenden Bundeskanzler Friedrich Merz in aller Öffentlichkeit einen „Eierarsch“. Im Podcast der Funke Mediengruppe, wohlgemerkt, nicht am Tresen einer Kreisverbandsklause. Die Union reagiert prompt: mangelnder Stil, fehlender Anstand usw.
Was nicht kommt – und jeder in Berlin weiß es –, ist die Strafanzeige von Merz. Und darin liegt die ganze Wahrheit über § 188 StGB, die sogenannte „Politikerbeleidigung", die die Unionsfraktion am 29. Januar dieses Jahres geschlossen verteidigt hat.
Wolfgang Kubicki hat Friedrich Merz einen „Eierarsch“ genannt.
© Michael Kappeler/dpa
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