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„Ich könnte über meine Erlebnisse ein Buch schreiben, auch über die Ausreden“, sagt Tracz. Der Hund sei doch noch ein Welpe oder erst probeweise in der Familie. Oder auch, dass der Halter angeblich Wichtigeres zu tun hatte. „Ich merke inzwischen, wenn mich jemand anlügt.“ Ehrliche Steuerzahler seien ihr behilflich – so wie der ältere Mann mit Yorkshire-Terrier: „Im Nebenaufgang haben die jetzt einen Schäferhund.“ Die Familie, offenbar nicht da, bekommt ein Anmeldeformular in den Briefkasten. Tracz macht einen Vermerk, wird später prüfen, was herausgekommen ist.
In Begleitung eines Ordnungsamts-Kollegen – sicher ist sicher – wandert sie durch die Wohngebiete, befragt Bewohner. Tracz: „Wenn du geduldig mit den Leuten sprichst, sind sie oft einsichtig.“ Wie Maria, die den Mops ihrer kranken Mutter in Pflege hat. Wenn sie das Tier dauerhaft betreue, müsse sie es anmelden, belehrt sie Tracz.
So geht das nicht: Ein „Schwarzhund“ ohne Steuermarke
© imago/imagebroker
„Die erste Bestandsaufnahme haben wir 2010 gemacht. In den Folgejahren gab es sporadische Kontrollen, eine akribische Zählerei dann wieder 2016“, berichtet Torsten Kirschner, Fachbereichsleiter „Steuern“ in der Stadtverwaltung. Die Kontrollen seien notwendig, um Steuergerechtigkeit durchzusetzen. Wer nicht gezahlt hat und erwischt wird, muss das für bis zu vier Jahre rückwirkend tun, obendrauf gibt es ein Bußgeld von 60 bis 200 Euro.
Die Zählerei hatte laut Kirschner immer positive Effekte. Auch diesmal. Die Ankündigung der Kontrollen führte dazu, dass 37 Fürstenwalder ihre Vierbeiner dem Steueramt meldeten.
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