Liebesbetrug im TV?

„Amore unter Palmen“: Für ihren 30 Jahre jüngeren Mann verlor Susanne ihre ganze Familie

Bei „Amore unter Palmen“ sorgt Susanne mit ihrer Ehe zu dem 30 Jahre jüngeren Lamin für Aufsehen. Die Beziehung kostete sie offenbar ihre Familie.

Foto von Autor/Autorin: Julia Nothacker
Lesezeit 4 Min
Susanne und Lamin von „Amore unter Palmen“.

Susanne und Lamin von „Amore unter Palmen“.

© Joyn

Reality-Formate leben von großen Gefühlen, überraschenden Wendungen und Beziehungen, die auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen. Genau das liefert auch die SAT.1-Doku-Soap „Amore unter Palmen“. In der zweiten Staffel, die ab sofort auf Joyn abrufbar ist, sorgt derzeit besonders die Geschichte von Susanne (53) und ihrem Ehemann Lamin (23) aus Gambia für Diskussionen. Nicht nur der Altersunterschied von 30 Jahren lässt Zuschauer aufhorchen, sondern auch die drastischen Folgen für Susanne: Nach eigenen Angaben wurde sie von ihrer Familie ausgeschlossen.

„Amore unter Palmen“: Wegen 30 Jahre jüngerem Ehemann von der Familie verstoßen

Susanne lernte den deutlich jüngeren Gambier zunächst über Chats und Videotelefonate kennen. Aus dem digitalen Kontakt wurde eine Beziehung, bei ihrem zweiten persönlichen Treffen heiratete das Paar bereits. Für die ehemalige Finanzberaterin, die nach eigenen Aussagen schwierige persönliche Jahre mit Trennung, Scheidung und Burn-outs hinter sich hatte, bedeutet die Liebe zu Lamin offenbar einen Neuanfang. Beide verliebten sich laut eigenen Aussagen sofort ineinander.

Die Reaktion von Susannes Familie wirft Fragen auf. Laut ihren Aussagen akzeptieren Angehörige die Beziehung nicht und haben den Kontakt weitgehend abgebrochen. Susanne hat zwei erwachsene Töchter, die sich demnach ebenfalls von ihrer Mutter zurückgezogen haben. „Meine Familie hat ... Die haben da nicht besonders gut drauf reagiert. ‚Es könnte ja dein Sohn sein vom Alter her.‘ Das hat dazu geführt, dass ich ausgeschlossen wurde und mein Leben jetzt halt ohne meine Familie weiter durchlebe.“

Das wirkt auf den ersten Blick hart und wenig tolerant. Gleichzeitig bleibt für Außenstehende offen, ob tatsächlich nur der Altersunterschied der Grund für den Bruch ist. Die Sendung zeigt naturgemäß nur Ausschnitte der Realität. Mögliche Sorgen der Familie über die Geschwindigkeit der Beziehung, kulturelle Unterschiede oder die Zukunftsperspektiven des Paares bleiben weitgehend im Hintergrund.

Susanne und Lamin: Warum ihre Liebe für Skepsis sorgt

Auffällig ist zudem, wie romantisch die Beziehung in der Sendung dargestellt wird. Das war auch bei anderen „Amore unter Palmen“-Paaren schon so – wie im vergangenen Jahr bei Silvia und Sam. Aussagen von Susanne, dass sie und Lamin durch ein ‚Energieband‘ verbunden seien, durch das man sogar die Schmerzen des Partners spüre, sollen die große Liebe unterstreichen. Für manche Zuschauer mag das berührend wirken, andere dürften solche Schilderungen eher skeptisch betrachten.

Susanne und Lamin haben bereits beim zweiten Urlaub geheiratet.

Susanne und Lamin haben bereits beim zweiten Urlaub geheiratet.

© Joyn

Hinzu kommt, dass Susanne und Lamin gemeinsame Geschäftspläne in Gambia verfolgen und dort einen Shop für Wellness-Produkte eröffnen möchten. Auch das klingt zunächst nach einer gemeinsamen Zukunftsvision. Allerdings zeigt die Erfahrung ähnlicher TV-Formate, dass romantische Gefühle und wirtschaftliche Interessen für zusätzliche Spannungen sorgen können. Ob diese Pläne langfristig tragfähig sind, wird sich erst noch zeigen.

Die Liebe des Paares mag echt sein, doch die Umstände laden zwangsläufig zu kritischen Fragen ein. Beziehungen wie die von Susanne und dem 30 Jahre jüngeren Lamin lösen immer wieder Diskussionen über sogenanntes „Love Scamming“ aus. Vor allem in TV-Formaten, in denen Partner aus unterschiedlichen Ländern stammen und sich zunächst online kennenlernen, werden regelmäßig Zweifel an den wahren Motiven laut. Der große Altersunterschied, die räumliche Distanz und die schnelle Hochzeit nähren bei manchen Zuschauern die Vermutung, dass neben Gefühlen auch finanzielle oder aufenthaltsrechtliche Interessen eine Rolle spielen könnten.

Konkrete Hinweise darauf gibt es im Fall von Susanne und Lamin bislang jedoch nicht. Dennoch zeigt ihre Geschichte, warum solche Beziehungen oft unter besonderer Beobachtung stehen und sich Betroffene immer wieder mit Vorurteilen und Misstrauen konfrontiert sehen.

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