Igeb-Vizechef Jens Wieseke: „Es ist zwar keine Krise wie 2009, aber es ist eine heftiger Schwächeanfall. Die Kunden baden heute die Versäumnisse der früheren S-Bahn-Führung und des Senats aus.“ Was Wieseke meint, ist ein einfaches Rechenbeispiel.
Um alle Strecken im normalen Takt bedienen zu können, sind 532 einsatzfähige Viertelzüge nötig. „Die Zahl wird häufig nicht erreicht, weil Wagen in die Werkstatt müssen“. Wieseke: „Früher hatte die S-Bahn hundert Viertelzüge mehr. Der Puffer wurde weggespart.“
Ärger machen vor allem 150 Viertelzüge der Altbaureihen 480 und 485, die eigentlich 2017 ausrangiert werden sollten. Beide stammen teilweise aus den 80er Jahren, werden jetzt modernisiert, weil sie bis 2023 durchhalten müssen. Wieseke: „Die Probleme werden uns bis dahin begleiten.“ Erst danach werden neue Wagen angeschafft, weil der Senat den Betrieb auf dem Ring und die damit verbundene Bestellung neuer Züge zu spät ausschrieb. Wieseke: „Der Senat hat die Schuld zu tragen.“ Verantwortlich sei Ex-Verkehrssenator Michael Müller (SPD), jetzt Regierender. Aber auch seine Vorgängerin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) tüftelte lange und ziemlich ergebnislos an Zukunftskonzepten für die S-Bahn. Sie sagte mal: „Die Wut der Fahrgäste ist absolut gerechtfertigt.“
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