Alkohol

Alarm am Badesee

Schon mehrere Promille-Tote: Warum Alkohol bei Hitze extrem gefährlich ist ...

Von ERIK BAUMGÄRTEL und SUSANNE DÜBBER
Lesezeit 3 Min
Flugzeugabfertiger Reza Jädicke (49) sagt: „Ein Bierchen ist okay, aber ich bin vorsichtig.“ Wer viel trinkt, solle lieber draußen bleiben.

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So schnell kann es gehen! Nur ein Bier führt zu 0,2 Promille, wie der KURIER-Test belegt.

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Sie macht's richtig! Frontoffice-Managerin Ramona (30) aus Friedrichshain schwört auf Mate-Getränke. „Kein Alkohol, aber wertvolle B-Vitamine!“

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Pures Wasser ist der Favorit von Nastassja (22) aus Weißensee. „Das löscht am besten den Durst. Am besten ohne Kohlensäure, weil es unangenehm kribbelt.“

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„Der kühlt so schön von innen“, sagt Keramikerin Christiane Herrmann (55) über den Pfefferminztee, den sie sich heiß in der Thermoskanne mitbringt.

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Student Roy (22) aus Weißensee mag weißen Tee mit der Geschmacksrichtung Zitrone-Holunder besonders gerne. „Schön süß, das brauche ich jetzt nach einer durchgemachten Nacht.“

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Die Azubis Jannis (22; li.) und Marie-Christin (24) meinen: „Man sollte mehr Aufklärung betreiben, Warnschilder im Strandbad aufstellen.“

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0,3 Promille durch leckere Cocktails.

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„Schön vorsichtig mit Alkohol beim Baden“, warnt Bademeister Philip Jeiteles (26) im Orankeseebad.

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Doch Vorsicht: Schon wenig Alkohol ist beim Baden gefährlich!

In den letzten Wochen sind immer wieder Badende ertrunken. Mitte Juli starb ein 23-jähriger im Badeschiff, vermutlich wegen übermäßigem Alkoholkonsum. Einen Tag später ertrank ein 35-Jähriger im Plötzensee, weil er 2,7 Promille intus hatte.

Doch warum steigt das tödliche Baderisiko bei Alkoholgenuss so dramatisch? Mediziner wissen: Die durch den Alkohol eingeschränkte Koordinationsfähigkeit macht selbst Baden in vermeintlich sicheren Gewässern lebensgefährlich.

Denn durch den Alkohol werden Blutgefäße geweitet, was schon bei 20 bis 22 Grad Wassertemperatur zu einem Kälteschock führen kann. Die Gefahr eines plötzlichen Herzversagens steigt erheblich.

Und: Alkohol entzieht dem Körper Wasser, das er bei der Hitze besonders braucht.

Zwei bis drei Liter Flüssigkeit sind an heißen Tagen wie diesen unbedingt empfehlenswert. Zu kalt allerdings sollten die Getränke nicht sein. Denn dann hat der Magen zu tun, die Temperatur der Körpertemperatur anzugleichen.

Ein weiterer Risikofaktor für den ohnehin schon durch die Hitze äußerst strapazierten menschlichen Kreislauf.

Auch auf Zucker sollte im Getränk verzichtet werden, denn der macht eher noch durstiger. Selbst Saftschorlen haben einen hohen Anteil davon. Ideal sind Tees, Mineralwasser mit wenig Natrium und Kalium.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) warnt: Am stärksten durch Alkohol gefährdet sind Jugendliche, die sich massiv überschätzen.

Das Strandbad Orankesee in Hohenschönhausen passt deshalb auf: Alkohol wird hier am Kiosk erst gar nicht ausgeschenkt. „Betreten die Leute das Strandbad bereits alkoholisiert oder betrinken sich hier, behalten wir sie besonders im Blick“, erzählt Bademeister Philip Jeiteles (26).

Er rät ihnen dann auf ruhige, behutsame Weise, aufs Baden vorerst zu verzichten. „Bei schlimmen Sauftouren erteilen wir mitunter auch ein Badeverbot“, sagt Jeiteles.

Die DLRG macht da allerdings keinen Kompromiss. Sie rät beim Baden ausnahmslos: 0,0 Promille!

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