Alex sauniert bei 88°C, Edit grillt bei 42°C und Sven bäckt bei 67°C

Wir haben die heißesten Jobs von Berlin

MARCUS BÖTTCHER
Lesezeit 3 Min

Berlin - Das Wochenende war natürlich toll. 38 Grad, Sonne satt in jeder Kiez-Ecke, Copacabana-Gefühle an unseren (Badewannen)-Seen. Doch gestern hieß es Büro statt See, Baustelle statt Plansche. Und das bei der Hitze!Einige Berliner erwischte es aber richtig heftig - ihre Jobs sind die reinste Hitze-Hölle. Wir haben besucht. Tenor überall: "Bitte, bitte, lieber Petrus, lass' es endlich wieder regnen!" Solche Stoßgebete schickte auch Straßenarbeiter Marco Ristau nach oben. 43 Grad warme, schwüle Luft hat sich in seiner Bagger-Kanzel angesammelt, er schwitzt aus jeder Pore. "Ich trinke bis zu sechs Liter Wasser, Abkühlung würde echt gut tun. Auch wenn ich nicht über das wunderbare Sommerwetter jammern will."Über die Temperaturen im Bagger kann Alex Niewalski, Aufguss-Chef in den "Thermen am EuropaCenter", nur lachen. "Wenn ich nach zehn Aufgüssen bei mehr als 100 Grad meine Firma verlasse, fühlen sich 38 Grad wie die Arktis an", schmunzelt er.In Nordrhein-Westfalen wurden die Sonnenanbeter vom Wettergott offenbar schon erhört. Dort tobte gestern Nachmittag wie in Teilen Sachsen-Anhalts ein Unwetter nach dem anderen, die Schleusen im Himmel öffneten sich. Unser Glück: Heute soll es auch endlich in Berlin mal wieder regnen, die Temperaturen fallen auf "mickrige" 29 Grad. Aber am Mittwoch kommt der Sahara-Sommer dann zurück. Temperaturen bis zu 35°C werden dann wieder erwartet.------------------------------Die Arbeits-Temperatur von Alex Niewalski kann keiner toppen. Bis auf 88 Grad heizte er gestern die Sauna in der "Therme am EuropaCenter" auf. Und dass zwölf Mal am Tag! "Ich mache das schon zehn Sommer lang, dieses Jahr ist einer der heißesten.""Das hier ist die heißeste Baustelle von ganz Berlin", ächzt Baggerfahrer Marco Ristau bei über 40°C. Auf der Torstraße reißt er die Straße auf. Trotzdem lacht er: "Ich trinke sechs Liter Wasser täglich. Den Toilettengang kann ich mir sparen, ich schwitze alles aus."Grillwalkerin Edit (23) vom Alexanderplatz plagt sich nicht nur mit der Hitze von oben. "Auch von den heißen Steinplatten, auf denen ich zwei Stunden am Stück stehe, steigt richtig Hitze nach oben". Außerdem schleppt sie noch einen 18 Kilogramm schweren Grill.Auch Dajana Kühnel (21) und Ejupi Lumnije (36) quält die Hitze im Job (41 Grad). "Aber wir bügeln die einfach weg", so die beiden. Hitze-Grund: Die beiden aus der Reinigung "McHemd" in der Luisenstraße spannen Hemden auf einen warmen Dampf-Automaten.Platz 2 in der Liste der heißesten Jobs: Sebastian Spröte (21, li.) und Sven Kollat (21) von der Großbäckerei Thürmann in Marienfelde. Sven: "In der Backstube herrschen 67 Grad, die Öfen laufen bei über 250 Grad. Wer die aufmacht, steht im Schweiß".Feuerspucker Mike Moreena aus Hellersdorf hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Klar, dass er für seine gefährlichen Show trainieren muss. Auch bei Tropen-Hitze übt er am Jugendhaus "East End". "Lieber schwitze ich bei 43 Grad, als mich später zu verletzen."

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