Albtraum Überfall

Überlebt, aber wie lebe ich weiter?

Eine Frau liegt hilflos am Boden, drei Jugendliche treten und schlagen auf sie ein - ein unvorstellbarer Albtraum: Anja Kling über die schwerste Rolle ihrer Karriere.

ANNE-KATTRIN PALMER
Lesezeit 3 Min
Anna (Anja Kling) wird auf dem Heimweg von den drei Jugendlichen angepöbelt und schließlich niedergeschlagen.

Anna (Anja Kling) wird auf dem Heimweg von den drei Jugendlichen angepöbelt und schließlich niedergeschlagen.

© Britta Krehl/ZDF Lizenz

Anna (Anja Kling) wird auf dem Heimweg von den drei Jugendlichen angepöbelt und schließlich niedergeschlagen.

Anna (Anja Kling) wird auf dem Heimweg von den drei Jugendlichen angepöbelt und schließlich niedergeschlagen.

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Im Gericht: Anna und Micha (Benno Fürmann) treffen Täter Marco (r., Julius Nitschkoff).

Im Gericht: Anna und Micha (Benno Fürmann) treffen Täter Marco (r., Julius Nitschkoff).

© Britta Krehl/ZDF Lizenz

Der wiederkehrende Albtraum: die Jungs treten Anna (Anja Kling).

Der wiederkehrende Albtraum: die Jungs treten Anna (Anja Kling).

© Britta Krehl/ZDF Lizenz

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Eine Frau liegt hilflos am Boden, drei Jugendliche treten und schlagen auf sie ein. Für Anja Kling ist das ein unvorstellbarer Albtraum. „Mir persönlich ist Derartiges zum Glück noch nie passiert“, sagt sie. In dem ZDF-Film „Kein Entkommen“ (24. März, 20.15 Uhr) spielt sie allerdings jetzt genau solch ein Opfer.

Es ist ein Thema, das aufrüttelt. Allein in Berlin gab es 2012 mehr als 13000 Opfer von schwerer Körperverletzung. Die Folgen sind oft nicht absehbar. Viele sind traumatisiert, finden nicht mehr ins Leben zurück.

So ergeht es auch Anna (Anja Kling), nachdem sie auf dem Heimweg überfallen worden ist. Sie kapselt sich ab, erleidet Panikattacken, ihre bisher glückliche Familie zerbricht fast daran. Vor allem, als sie im Gericht mitansehen muss, dass die Täter mit einer milden Strafe davonkommen, während ihr der Lebensmut verloren gegangen ist.

Anja Kling: „Egal wie stark eine Person auch ist, geschieht ihr, was Anna geschehen ist. Sie ist meistens zutiefst traumatisiert und muss das Leben völlig neu ordnen.“ Auch die Angehörigen leiden. Benno Fürmann spielt Annas Mann Micha: „Micha versucht seiner Frau den Rücken freizuhalten, sie zu stützen, für sie da zu sein. Im Verlauf ihres Heilungsprozesses, beziehungsweise dem Ausbleiben desselben, empfindet Micha aber mehr und mehr, dass sie ihm entgleitet, er sie nicht mehr versteht.“

Auch privat beschäftige er sich mit dem Thema: „Ich verfolge natürlich, was bei uns so passiert und bin oft wütend und traurig. Unbeteiligte Menschen kompensieren die Defizite im Leben anderer, kriegen aufs Maul, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort sind. Und ich bin immer wieder fassungslos über das In-Kauf-nehmen von schlimmsten Verletzungen, bleibenden Schäden.“

Und wie schützt er sein Kind? „Ich gebe meiner Tochter ganz viel Liebe und versuche, einen eigenverantwortlichen Menschen aus ihr zu machen. Denn Gewalt und Hass entspringen einem Defizit.“ Auch Anja Kling, deren Schwester Zeugin eines Überfalles wurde (siehe Kasten), kann nur mahnen: „Wir sollten alle mehr aufeinander aufpassen.“ Vor dem Film traf sie Tina K., die Schwester des getöteten Jonny K.. „Ich habe an einer von ihr ins Leben gerufenen Internetaktion gegen Jugendgewalt teilgenommen. „I am Jonny“ hat meinen Blick wachsamer gemacht, Betroffenheit ausgelöst, aber auch ermutigt, aufzustehen und kraftvollen Widerstand zu leisten.“ Denn Tina K. sei eine sehr mutige Frau.

Anna (Anja Kling) wird auf dem Heimweg von den drei Jugendlichen angepöbelt und schließlich niedergeschlagen.

Anna (Anja Kling) wird auf dem Heimweg von den drei Jugendlichen angepöbelt und schließlich niedergeschlagen.

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Im Gericht: Anna und Micha (Benno Fürmann) treffen Täter Marco (r., Julius Nitschkoff).

Im Gericht: Anna und Micha (Benno Fürmann) treffen Täter Marco (r., Julius Nitschkoff).

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Der wiederkehrende Albtraum: die Jungs treten Anna (Anja Kling).

Der wiederkehrende Albtraum: die Jungs treten Anna (Anja Kling).

© Britta Krehl/ZDF Lizenz

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