Die Verhaftung des Regime-Kritikers beschäftigt höchste diplomatische Kreise. Das erfuhr der KURIER von seinem Anwalt Patrick Teubner. Der Jurist stand Mansur am Sonntag im Bereitschaftsgericht am Tempelhofer Damm zur Seite. Dort wurde der TV-Journalist festgehalten, nachdem die Polizei seine Ausreise nach Doha verhindert hatte. Vor der Tür forderten 100 Demonstranten Mansurs sofortige Entlassung.
Hintergrund: Ein Gericht in Kairo verurteilte den Reporter 2014 in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft. Er sei 2011 bei den Unruhen des „Arabischen Frühlings“ an der Folter eines Anwalts beteiligt gewesen. In Deutschland hielt sich Mansur jetzt für ein Interview auf. Nach KURIER-Informationen legte Interpol keinen Wert auf Vollstreckung seines Haftbefehls. Aber die deutschen Behörden handelten trotzdem.
Grünen-Politikerin Franziska Brantner warnt die Justiz, sich „zum Erfüllungsgehilfen eines Willkürregimes“ zu machen. Kritik kommt auch von der Linken. Am Nachmittag wurde Mansur dennoch in die JVA Moabit gebracht. Die Justiz will am Montag bei einem Haftprüfungstermin das weitere Vorgehen entscheiden. Ägypten fordert die Auslieferung.
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