Eltern, raus aufs Dorf!

Der Lockruf nach janz weit draußen

Brandenburg bietet Familien aus der Großstadt vier Wochen Probewohnen im Grünen.

BK
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Papa David, Mutti Leona und ihre Kids durften gratis in Brandenburg probewohnen.

Papa David, Mutti Leona und ihre Kids durften gratis in Brandenburg probewohnen.

© dpa

Der Bahnhof liegt versteckt im Grünen. „Weil Elsa ein totales Draußen-Kind ist, fand ich das schön, die Natur hier zu erleben“, sagt Leona Sarau (27). „Das ist in Hamburg was anderes.“ Am Wochenende ging die Aktion zu Ende – auch für eine Familie aus Berlin in einer Holländermühle in Groß Leine (Kreis Dahme-Spreewald) und zwei alleinerziehende Mütter aus Berlin und Nürnberg in einem Ferienhaus auf einem Gutshof in Battin in der Uckermark.

Bahnhof Börnicke: Hier lebte die Familie vier Wochen lang, bekam dazu noch Taschengeld.  

Bahnhof Börnicke: Hier lebte die Familie vier Wochen lang, bekam dazu noch Taschengeld.  

© Land Brandenburg

Die Idee für die „Elternzeit“ entstand 2018. Damals startete die Image-Kampagne „Es kann so einfach sein“, mit der Brandenburg Vorzüge im Vergleich zu Berlin zeigen will. Die Kampagne rückt Brandenburg als familienfreundliches Bundesland in den Fokus. Daraus entwickelte sich die Idee: Junge Familien sollen Brandenburg mal längere Zeit kennenlernen.

Jury wählte aus über 50 Bewerbungen die Familien aus 

Leona Sarau kam durch Zufall auf die Aktion. „Dann haben wir uns beworben“, sagt die Erzieherin in Elternzeit. Per Video sollten die Familien darstellen, warum sie einen Monat in Brandenburg verbringen wollen. Eine prominent besetzte Jury mit Schauspielerin Anja Kling und Ex-Profiboxer Axel Schulz wählte aus über 50 Bewerbungen die Familien aus und versuchte, die verfügbaren Domizile passend zu verteilen.

Die Hausherren im alten Bahnhof von Börnicke, wo die Familie Sarau schließlich landete, sind Gero und Lisa Dusil. Sie haben das Gebäude von 1913 zu einem Wohn-Schmuckstück um- und ausgebaut. Zu ihren Gästen aus Hamburg fanden die Dusils rasch einen engen Draht: „Wir passen gut zusammen.“

Die Gesamtkosten für die „Elternzeit“-Aktion belaufen sich auf 70.000 Euro. „Nach unserer Kenntnis ist Brandenburg mit diesem Projekt Vorreiter unter den anderen Bundesländern“, sagt die Landesregierung. Die Kosten für die vierwöchigen Aufenthalte übernahm das Land komplett – dazu gab es 1000 Euro Taschengeld pro Familie. Bei der Ankunft erwarteten sie regionale Lebensmittel.

Und nun? Werden Leona Sarau und Familie demnächst in Brandenburg heimisch – oder bleiben sie in Hamburg? „Ich finde Brandenburg schön“, sagt Leona. „Wir sind beide noch jung, mal gucken, was beruflich passiert.“ Oliver von Riegen 

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