Air Berlin

Die Luft wird dünner

Rettungsplan der Schulden-Airline wegen geplatzter Fusion mit Tuifly gescheitert.

Gerhard Lehrke
Lesezeit 2 Min
Steht Air Berlin vor dem Aus?

Steht Air Berlin vor dem Aus?

© dpa

Neben der wachsenden Verschuldung hat die Airline seit März Ärger mit Verspätungen und Ausfällen wegen fehlender Crews und Fehlplanungen, Fluggäste schieben in Tegel Gepäck- und Abfertigungsfrust, weil der neu verpflichtete Bodendienstleiter Aeroground versagt – und jetzt ist noch eine Fusion der Ferienflieger-Tochter Niki mit Tuifly geplatzt.

Es gab keine Einigung zwischen den Airlines

Keine guten Signale für die Firma, die nur Dank Geldspritzen ihres Mutterunternehmens, der Staats-Airline Etihad aus Abu Dhabi, noch existiert. Deshalb kam jetzt die Anfrage an die Landesregierungen. An Berlin, wo die Airline ihren Sitz hat, und NRW, wo sich in Düsseldorf ihr zweites Drehkreuz befindet.

Aus der Fusion von Air Berlins Ferienflug-Tochter Niki und Tuifly wird nichts.

Aus der Fusion von Air Berlins Ferienflug-Tochter Niki und Tuifly wird nichts.

© dpa

Etihad und Tui, Mutterkonzern von Tuifly, hatten sich über die Verschmelzung ihrer Charterflieger nicht einigen können. Der Deal sollte Air Berlin überschüssige Flugzeuge vom Hals schaffen. Das Chaos soll unter anderem daran liegen, dass Etihad nach der Ablösung ihres Chefs James Hogan keine Zukunftspläne hat. Bei Tui heißt es, dass Etihad Niki nun doch behalten wolle.


Senatorin Pop: Land prüft Bürgschaftsanfrage von Air Berlin

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft will eine Bürgschaftsanfrage von Air Berlin „gemeinsam mit dem Bund“ sorgfältig prüfen. Das teilte die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) am Donnerstag mit, nachdem das finanziell angeschlagene Unternehmen die Anfrage bestätigt hatte. „Wir werden im Rahmen unserer Möglichkeiten prüfen, inwieweit das Land Berlin eine zukunftsorientierte Strategie der Airline unterstützen kann“, fügte Pop hinzu. Air Berlin seit nicht nur ein Berliner Unternehmen, „sondern trägt den Namen unserer Stadt täglich in die Welt hinaus“. Die Fluggesellschaft müsse jedoch ihre Hausaufgaben machen und den Flugbetrieb wieder stabilisieren, um verloren gegangenes Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Nicht bekannt ist, um welche Summe es bei einem Bürgschaftsantrag gehen könnte.


Eine Rettung könnte die Übernahme von Air Berlin durch Lufthansa sein. Allerdings unter Bedingungen, die Lufthansa-Chef Carsten Spohr formulierte: Übernahme der Schulden durch Etihad, Senkung der Betriebskosten von Air Berlin sowie Zustimmung der Behörden.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com