Im Terminal C ist der Frust der Passagiere deutlich zu spüren. Sieben Flüge strich Air Berlin allein Montag in Tegel. Wie der AB 6637-Flug (13.05 Uhr) nach Karlsruhe, der auch in den nächsten Tagen ausfällt. Mit ihm wollte das Ehepaar Fabienne (49) und Fabrice (50) weiter Richtung Frankreich fliegen.
„Wir kamen aus Stockholm, wo wir am Marathon teilnahmen. Nach der Landung in Tegel erfuhren wir, dass der Anschlussflug gecancelt wurde“, sagt das Paar. „Wir sind über Air Berlin mächtig verärgert. Fünf Stunden müssen wir nun warten, bis es mit einer anderen Maschine hoffentlich weiter geht.“
In Tegel gestrandet ist auch Studentin Melanie Breu (23). Ihr Paris-Flug von Air Berlin (AB 8294) wurde ebenfalls gestrichen. Sie steht am Ticket-Schalter und hofft, dass man sie noch auf einen Air-France-Flieger umbucht.
Am Schalter wartet auch Andreas Petsch (56) verzweifelt auf Hilfe.
„Es gibt Engpässe beim Personal und Flugzeugen“
Um 12.55 Uhr wollte der Mann mit Air Berlin zurück nach Stuttgart. Das Ticket hat er vor Wochen gebucht. „Nun heißt es, der Flieger ist überbucht, auf anderen sei kein Platz mehr frei!“ Nach zwei Stunden Kampf mit dem Personal kann er dann doch noch mit der 16-Uhr-Maschine nach Stuttgart. Petsch bekommt als Entschädigung einen 350-Euro-Gutschein. „Für mich ist Air Berlin das allerletzte“, sagt er.
Ein Airline-Sprecher bedauert die Vorfälle. „Es gibt Engpässe beim Personal und Flugzeugen“, sagt er. „Um die Probleme so gering wie möglich zu halten, arbeiten bei der Kundenbetreuung schon freiwillig Mitarbeiter aus der Verwaltung mit.“
Im Schnitt 20 Flugausfälle pro Tag, Passagier-Gepäck bleibt auf der Strecke: Seit Monaten kämpft Air Berlin gegen das Chaos. Dass Flüge wegen fehlender Flieger und fehlendem Personal gestrichen werden, hat einen Grund. Air Berlin vermietet 38 Maschinen samt Crew an Lufthansa-Tochter Eurowings.
Gibt es eine Übernahme durch Lufthansa?
Denn die Airline braucht dringend Geld, um die Bruchlandung zu verhindern. Im ersten Quartal 2017 verlor das Unternehmen täglich drei Millionen Euro. Inzwischen steht man mit 1,4 Milliarden Euro in den Miesen. Im Juni gibt es eine Krisensitzung mit Aktionären.
Ex-Lufthansa-Manager Thomas Winkelmann versucht als neuer Chef die Airline (8400 Mitarbeiter) durch einen Umbau zu retten. Im Gespräch ist auch eine Air-Berlin-Übernahme durch Lufthansa.
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