Er beherrschte dort die Kunst der Tarnung als Bildhauer so perfekt, dass er zum echten Künstler wurde. Seine Skulpturen, die er im Geheimen schuf, werden jetzt erstmals in Berlin gezeigt.
25 Werke sind bis 19. Mai im Westin Grand in der Friedrichstraße zu sehen. Bis zu 60 Zentimeter groß, bis zu 70000 Euro wert. Zwei Plastiken sind besonders wertvoll: Der Akt „Die Liegende“ und die Figur „Im Schlitten Sitzende“.
Die Plastik „Im Schlitten Sitzende“ schenkte Meier Markus Wolf.
© camcop media / Andreas Klug
„Diese schenkte Meier Markus Wolf zum 60. Geburtstag“, sagt Ausstellungsmacher Günther Rothe. Rothe goss seit den 80ern Bronze-Skulpturen für Meier. „Er hatte verfügt, dass seine Werke erst nach seinem Tod ausgestellt werden“, sagt Rothe. „2007 hatte ich seine ,Liegende’ in meiner Schau gezeigt.
Eine New Yorker Galerie wollte sie. Meier lehnte ab. Ich verstand nicht, warum er sich so wehrte. Erst kurz vorm Tod verriet er mir sein Geheimnis.“ Sein Stasi-Geheimnis. Meier war seit 1963 bei der Firma.
Meiers Spezialität waren klare Formen wie hier bei „Der Katze“.
© camcop media / Andreas Klug
Als Erwin Miserre setzt man ihn in Brüssel auf das Nato-Hauptquartier an, er leitet brisantes Material an die DDR. Zur Tarnung studiert er an der Kunstakademie, wird Assistent des belgischen Bildhauers Oliver Strebelle. Meier/Miserre ist bald fast so gut wie der Meister.
In Brüssel verliebt sich 00Kunst in Cecillia. Sie ahnt nichts vom Doppelleben. Erst als er aufzufliegen droht, 1976 in die DDR zurück muss, weiht er sie ein. Sie heiraten, ziehen nach Brandenburg. Dort weiß man nichts von Stasi-Miserre. Dort ist er Meier, der Künstler.
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