Umfrage

AfD an der Macht? Jeder Fünfte würde aus Deutschland auswandern

Eine neue Umfrage zeigt: Jeder fünfte Deutsche würde bei einer AfD-Regierung sogar das Land verlassen. Altkanzlerin Angela Merkel findet deutliche Worte.

Foto von Autor/Autorin: Stefan Doerr
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Das AfD-Chefduo Tino Chrupalla und Alice Weidel. Viele würden die Koffer packen, falls sie an die Macht kommen.

Das AfD-Chefduo Tino Chrupalla und Alice Weidel. Viele würden die Koffer packen, falls sie an die Macht kommen.

© Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Eine neue Umfrage zeigt, wie stark die Debatte über die AfD inzwischen die Gesellschaft polarisiert. Demnach würde mehr als jeder fünfte Deutsche sogar über eine Auswanderung nachdenken, sollte die Partei auf Bundesebene an die Regierung kommen. Altkanzlerin Angela Merkel findet deutliche Worte.

Würde eine AfD-Regierung Deutschland schaden?

In einer repräsentativen Insa-Befragung für die „Bild am Sonntag“ erklärten 22 Prozent der Teilnehmer: „Sollte die AfD auf Bundesebene an die Macht kommen, würde ich Deutschland verlassen.“ Eine klare Mehrheit von 60 Prozent widersprach dieser Aussage. Weitere 18 Prozent waren unentschieden oder machten keine Angabe.

Auch bei der Frage nach den möglichen Folgen einer AfD-geführten Bundesregierung gehen die Meinungen deutlich auseinander. 47 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass Deutschland durch eine solche Regierung Schaden nehmen würde. 36 Prozent sehen das anders, 17 Prozent äußerten sich nicht oder blieben unentschlossen.

Brisant sind die Ergebnisse auch mit Blick auf die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Dort liegt die AfD seit Monaten in Umfragen klar vorne. Insa wollte daher wissen, wie die Bürger mögliche Regierungsmodelle bewerten.

Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte, für die Demokratie zu kämpfen.

Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte, für die Demokratie zu kämpfen.

© Annette Riedl/dpa

43 Prozent der Befragten glauben, dass ein Bündnis aller anderen Parteien gegen die AfD die Partei am Ende sogar noch stärken würde. Knapp ein Drittel, nämlich 32 Prozent, widerspricht dieser Einschätzung.

Auf die Frage, ob eine absolute Mehrheit der AfD besser wäre als ein Zusammenschluss aller übrigen Parteien, antworteten 33 Prozent mit Ja. Eine Mehrheit von 52 Prozent lehnt dieses Szenario jedoch ab. Für die Erhebung wurden laut Insa insgesamt 1001 Menschen befragt.

In diese aufgeheizte Stimmung platzt nun auch eine deutliche Ansage von Angela Merkel.  Auch die frühere Bundeskanzlerin verfolgt den laufenden Wahlkampf und eine Woche vor der Wahl in Sachsen-Anhalt rief sie in Berlin dazu auf, sich wieder stärker für die Demokratie einzusetzen.

„Ich glaube, wir müssen jetzt mal wieder, was wir viele Jahrzehnte nicht mussten, richtig für diese Demokratie kämpfen und uns einfach einsetzen und auch ein bisschen mutig sein und unser Wort stehen und sagen, das ist eine tolle Art zu leben“, sagte Merkel bei einer Veranstaltung im Haus der Berliner Festspiele.

Ulrich Siegmund (M.), Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, führt in den Umfragen zur Landtagswahl.

Ulrich Siegmund (M.), Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, führt in den Umfragen zur Landtagswahl.

© Hendrik Schmidt/dpa

Zugleich machte die Altkanzlerin deutlich, dass die AfD zwar besonders in Ostdeutschland stark sei, ihr Erfolg aber längst nicht mehr auf die neuen Bundesländer beschränkt werde. „Sie ist ein gesamtdeutsches Phänomen geworden“, sagte Merkel. Als Beispiele nannte sie Stimmenzuwächse der Partei bei Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

AfD bestimmt allein die politische Debatte

Besonders kritisch sieht Merkel den Einfluss der AfD auf die politische Debatte. Die Partei habe es teilweise geschafft, „alle unsere Gespräche von morgens bis abends zu bestimmen“. Dadurch gerieten die Inhalte und Ziele anderer Parteien zunehmend in den Hintergrund. „Man weiß ja schon gar nicht mehr, was die anderen Parteien eigentlich wollen“, so Merkel.

Für Merkel geht es deshalb um mehr als eine einzelne Landtagswahl. Denn ein starkes Abschneiden der AfD könnte weit über Magdeburg hinaus Wirkung entfalten. Die Partei selbst hofft auf einen historischen Erfolg und eine Regierungsbeteiligung. Andere Parteien halten dagegen an der Abgrenzung fest.

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