Eine lange Narbe am Hals erinnert sie noch ewig an diesen Tag. Diesen Tag voller Schmerzen und Leid. Gerda Heitmann (heute 84) muss sich vor etwa einem Jahr einer Magenspiegelung unterziehen.
Doch bei dem Eingriff geht etwas schief. „Die Ärztin war viel zu grob, als sie den Schlauch in den Hals geschoben hat. Ich habe ihr mit der Hand Zeichen gegeben, dass sie vorsichtig sein soll“, so stellt es Gerda Heitmann dar. Doch sie wird bei dem Eingriff im Rachenraum verletzt und hat starke Schmerzen. Von der Arztpraxis wird sie gleich ins Krankenhaus gefahren. Not-OP.
Die lange Narbe am Hals wird sie behalten.
© Sabine Gudath
Auch die Klinik schreibt bei der Aufnahme, dass Gerda Heitmann während der Magenspiegelung im Rachenraum verletzt wurde. Ein lange Narbe am Hals erinnert noch an die Not-OP. Ihr Vorwurf: Ein Arztfehler. Als sie mit der langen Narbe entlassen wird, sei zwar eine Angestellte der Ärztin mit Blumen vorbeigekommen, sagt sie. Doch das reiche ihr nicht.
Die Rentnerin klagt über Stottern, das sie seit dem Eingriff quält. Der Sprachfehler komme ihrer Ansicht nach von der missglückten Magenspiegelung, vorher stotterte sie nicht. Doch Gerda Heitmann gibt nicht auf, sie nimmt sich zwei Anwälte, die ihr von weiteren Schritten abraten. Aber die 84-Jährige kämpft. Das Gutachten bestätigt den Verdacht auf das Vorliegen eines ärztlichen Behandlungsfehlers nicht.
Nun hat sie Schmerzensgeld bei der Krankenkasse beantragt. Die beschuldigte Ärztin sagt: „Ich führe seit 30 Jahren endoskopische Untersuchungen des Magens und Darms durch. Komplikationen sind sehr selten, kommen aber, weil es invasive Eingriffe sind, vor. Darüber wird in einem Vorgespräch explizit aufgeklärt und der Patient willigt schriftlich ein oder nicht.“
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