Ämter-Ärger

Terminhandel - Senat verhängt Online-Sperre

Die Bürgerämter sind nicht nur heillos überlastet, sie haben auch die Hoheit über die Termin-Vergabe im Internet an gewiefte Termin-Händler verloren. Das will der Senat jetzt mit einer Online-Sperre für Geschäftemacher stoppen.

Von Mike Wilms
Lesezeit 2 Min
Lange Schlage vor dem Bürgeramt in Neukölln.

Lange Schlage vor dem Bürgeramt in Neukölln.

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Einen Termin für Ausweis oder Ummeldung zu ergattern, kostet Nerven. Das liegt auch an Leuten wie Jörn Kamphuis (27), Ex- „Mister Germany“. Die Masche dieser Termin-Profis: Sie nutzen Computerprogramme, die kurzfristig abgesagte Termine sofort blockieren – für zahlende Kunden. Normalos, die nicht ständig im Netz surfen können, gehen leer aus. Bis jetzt. Denn Computer-Profis der Verwaltung schlagen zurück.

Wer mit einem „verdächtigen“ Termin kommt, wird weggeschickt. Geplant ist auch, die Termin-Vergabe wieder etwas weniger übers Internet laufen zu lassen: So wird geprüft, einzelne Kontingente nur telefonisch über die Zentralnummer 115 zu vergeben. Bereits vereinbart ist, wieder Spontan-Kunden an allen Bürgerämtern anzunehmen.

Aber: Alle Maßnahmen organisieren die Terminvergabe letztlich nur fairer. Sie ändern nichts daran, dass Bürger in aller Regel erst nach zwei Monaten einen Termine bekommen – oder in langen Schlangen warten. Das hat auch Innenstaatssekretär Andreas Statzkowski (CDU) verstanden. Er gibt zu: „Acht Wochen Wartezeit sind nicht akzeptabel.“

Zu wenig Personal, schlechte Organisation der Bürgerämter: Innenverwaltung und Bezirke wollen jetzt untersuchen, woran die Misere wirklich liegt. Die Finanzverwaltung hat bisher 31 neue Stellen für zwei Jahre bewilligt. Aber es fragt sich, ob das mehr ist als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Statzkowski stellt in Aussicht, dass es bis Ende des Jahres „eine spürbare Verbesserung“ gibt.

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