Achtung, streng geheim!

Wie gerecht ist das Abi aus dem Tresor?

Weil Klausurfragen vorab bekannt wurden, gibt es in Berlin neue Prüfungsregeln.

Martin Klesmann
Lesezeit 3 Min
Top Secret: Die Klausurbögen. 

Top Secret: Die Klausurbögen. 

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Genau das hat nun Konsequenzen für Berlin und Brandenburg. Denn erstmals kommen in diesem Jahr auch Abituraufgaben aus dem gemeinsamen Pool der Bundesländer zum Einsatz. Und drei der Mathe-Aufgaben für Baden-Württemberg sollten auch in Berlin und Brandenburg verwendet werden. Nun müssen sie eilig ausgetauscht werden. Die Gefahr war einfach zu groß, dass sie nicht geheim zu halten sind.

Die zentralen Abiturprüfungen finden unter besonderer Aufsicht statt.

Die zentralen Abiturprüfungen finden unter besonderer Aufsicht statt.

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Ab Dienstagmittag 12 Uhr hatte die Berliner Bildungsverwaltung deshalb neue Aufgaben in einem besonders geschützten Bereich im Intranet installiert. Allein die Schulleiter hatten ab Mittag Zugriff auf diese Ersatzaufgaben. Sie mussten dafür ihr persönliches Schulleiter-Passwort eingeben. „Es soll ja möglichst wenig Mitwisser geben, damit die Aufgaben nicht doch vorab bekanntwerden“, sagt ein Schulleiter. Er hat die Aufgaben dann schnell ausgedruckt und gleich in den Schultresor gesperrt. Geheimhaltung ist wichtig.

Viele Abiturienten feiern gerne. So jung kommt man nicht mehr zusammen.

Viele Abiturienten feiern gerne. So jung kommt man nicht mehr zusammen.

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Richtig kompliziert wird es dann diesen Mittwoch. Jetzt erst werden die Klausurbögen geöffnet, die Umschläge entfernt. „Wir müssen dann die verbrannten Aufgaben durchstreichen und die neuen Aufgaben einlegen“, berichtet jener Schulleiter. Das sei natürlich misslich, weil man die Prüflinge verunsichere. Doch anders sei es nicht zu machen. Erstmals werden in diesem Jahr in den vier Kernfächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch Prüfungsaufgaben auch aus dem zentralen Pool aller Bundesländer verwendet. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hofft dadurch auf eine größere Vergleichbarkeit bei den Abituranforderungen.

Der Teufel steckt aber im Detail: Ein Zentralabitur wie zu DDR-Zeiten schreiben die Schüler damit aber noch lange nicht. Die einzelnen Bundesländer entscheiden immer noch selbst, welche und wie viele der zentralen Aufgaben sie nehmen. 

Ohnehin machen die zentralen Prüfungen nur ein Drittel der Abiturnote aus, zwei Drittel aber die Vornoten. Und da bewerten die Schulen recht unterschiedlich.

Ralf Treptow, Chef der Gymnasialschulleiter, nennt den zentralen Aufgabenpool sogar eine „große Schummelpackung“. Es würde so getan, als gebe es nun eine Vergleichbarkeit zwischen den Bundesländern. Dies sei aber gar nicht der Fall. Die Zahl der Prüfungsbestandteile sei nicht einheitlich geregelt. Der Zugang in die gymnasiale Oberstufe auch nicht. Und selbst die Oberstufe sei unterschiedlich gestaltet, schreibt Treptow in einem Aufsatz. Für ein einheitliches deutsches Zentralabitur müsste zudem der Unterricht in der Oberstufe für alle angehenden Abiturienten gleich lang sein. Doch tatsächlich haben die Bundesländer völlig unterschiedliche Ferienzeiten.

Die Berliner CDU-Fraktion will nun sogar ausschließlich Pool-Aufgaben verwenden.

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