Wir lieben sie gepellt, gekocht, gestampft oder frittiert. Manche sagen Erdapfel, Grumbeere, Kantüffel, Bodabirra oder Tüfte - und meinen doch alle das Gleiche: die Kartoffel. Rund 70 Kilogramm des beliebten Nachtschattengewächs verspeist jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr. Zu Recht, denn die tolle Knolle hat den Stammplatz auf unseren Tellern wirklich verdient. Die BERLINERIN erklärt warum.1. Weltweit gibt es ungefähr 4000 Kartoffelsorten, in Deutschland sind allerdings nur etwa 156 verschiedene Speisekartoffeln für den Verkauf zugelassen. Mehr als 300 Millionen Tonnen Kartoffeln werden jährlich weltweit geerntet. Damit zählt das Nachtschattengewächs zu einem der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Erde.2. Die tollen Knollen stammen ursprünglich aus den südamerikanischen Anden. Nachdem die Spanier sie im 16. Jahrhundert nach Europa gebracht hatten, galt die Kartoffel wegen ihrer Blütenpracht zunächst ausschließlich als Zierpflanze. Erst seit Mitte des 18. Jahrhunderts wird die Kartoffelknolle als Nahrungsmittel verwandt.3. Die "Sieglinde" ist gerade zur Sorte des Jahres 2010 gekürt worden. Ebenfalls Kultstatus besitzt die festkochende "Linda". Ihr Anbau wurde 2005 wegen Querelen um ihre EU-Lizenz verboten. Bauern und Verbraucher protestierten daraufhin vehement für das Comeback der beliebten Sorte. Ergebnis: Seit 2009 darf die Sieglinde wieder legal angebaut werden.4. Kartoffeln enthalten viele wertvolle Nährstoffe: Stärke, hochwertiges Eiweiß, sättigende Ballaststoffe. Die Power-Knollen sind hervorragende Vitamin-C-Lieferanten. Insgesamt enthalten sie elf verschiedene Vitamine und 15 Mineralstoffe, zum Beispiel Magnesium, Kalium, Eisen, Kalzium und Phosphor. Um möglichst wenige Vitamine und Mineralstoffe zu verlieren, sollten Kartoffeln mit der Schale in wenig Wasser gegart werden. Besonders gesund sind Pellkartoffeln. Denn gerade in der Schale und direkt darunter befinden sich die vielen gesunden Vitamine und Mineralstoffe. Ob man lieber festkochende Kartoffeln oder mehlige mag, ist reine Geschmackssache. Die Norddeutschen bevorzugen feste Kartoffeln, während Süd- und Ostdeutsche die mehligen Sorten lieber mögen.5. Mit nur 75 Kalorien pro 100 Gramm ist die Kartoffel ein absoluter Schlankmacher. Die Knolle besteht zu 70 Prozent aus Wasser und die vielen Ballaststoffe sorgen für ein lang andauerndes Sättigungsgefühl. Das hochwertige Eiweiß hilft, während des Abnehmens fit zu bleiben. Nur in Kombination mit Fett schlagen die gelben Knollen ordentlich zu Buche.6. Kartoffeln müssen dunkel und kühl (bei 6 bis 10 Grad) aufbewahrt werden. Unter Lichteinwirkung bildet sich nämlich das natürliche Gift Solanin, das sehr konzentriert in grünen Stellen, in den Keimen, aber auch in der Schale zu finden ist. Deshalb sollten auch bereits geschälte rohe Kartoffeln nicht lange an der Luft liegen, sondern schnell im Kochtopf landen, da Solanin auch zur Bekämpfung von Fäulniserregern freigesetzt wird.7. Werden Kartoffeln zu heiß gebraten, gebacken oder frittiert, kann sich der krebserregende Stoff Acrylamid bilden. Das Motto für gesundheitsbewusstes Knollen-Garen sollte deshalb unbedingt lauten: Vergolden statt Verkohlen. Frittieren Sie deshalb Kartoffeln nur so kurz wie möglich - und nicht heißer als bei 175 Grad Celsius. Beim Braten gilt: garen Sie die Knollen bei mittleren Temperaturen - und am besten in Margarine. Bratkartoffeln lieber aus gekochten als rohen Kartoffeln zubereiten. Diese enthalten deutlich weniger Acrylamid.8. Japanische Forscher haben im letzten Jahr einen Weg gefunden, Kartoffeln noch gesünder zu machen, als sie von Natur aus schon sind. Durch Ultraschall und elektrische Spannung regten die Wissenschaftler die Knollen in verschiedenen Experimenten dazu an, 50 Prozent mehr Antioxidanzien zu produzieren. Diese hochpotenten Stoffe bekämpfen in unserem Organismus Sauerstoffradikale und senken somit das Risiko für Herzkreislauferkrankungen, Krebs, Diabetes und andere Erkrankungen.------------------------------Die tollsten KnollenLa Ratte: französische Sorte von 1872. Die langen Knollen besitzen eine ausgezeichnete Speisequalität und einen nussigen Geschmack.Roseval: französische Kartoffelsorte mit hellroter Schale und gelbem Fleisch. Vorwiegend festkochend, ideale Brat- oder Salzkartoffel.Blauer Schwede: sehr alte, deutsche vorwiegend festkochende violette Sorte. Kräftig im Geschmack, ideal für blauen Kartoffelsalat und blaues Püree.Laura: festkochende Sorte mit roter Schale und tiefgelber Fleischfarbe.Eignet sich besonders gut für selbstgemachte Pommes.Vitelotte: alte französische Landsorte, die wegen ihres Aussehens auch Trüffelkartoffel genannt wird. Ihr spezielles erdiges Aroma macht sie zu einer Delikatesse. Zudem enthält die lila Knolle besonders viele gefäßschützende Anthocyane.Sieglinde: festkochende, deutsche Sorte von 1935. Sieglinde ist die älteste vom Bundessortenamt noch zugelassene deutsche Sorte.------------------------------
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