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Studie klärt auf

Haarausfall durch die Abnehmspritze? Der wahre Grund ist ein anderer

Viele, die mit Wegovy, Mounjaro oder Ozempic abnehmen, berichten von Haarausfall. Eine große Studie hat das nachgeprüft– und gibt Entwarnung

Aktualisiert am Lesezeit 3 Min
Wer die Abnehmspritze nimmt, will Gewicht verlieren – aber keine Haare. Doch genau das passiert bei einigen Nutzern. (Symbolfoto)

Wer die Abnehmspritze nimmt, will Gewicht verlieren – aber keine Haare. Doch genau das passiert bei einigen Nutzern. (Symbolfoto)

© Pond5 Images / Imago

Erst sind es nur ein paar Haare mehr in der Bürste. Dann sind es so schon viele, dass man sich Sorgen macht. So geht es offenbar vielen, die mit der Abnehmspritze Pfunde verlieren wollen. In Foren und sozialen Netzwerken berichten Nutzer von Wegovy, Mounjaro oder Ozempic immer häufiger vom selben Nebeneffekt: Sie verlieren nicht nur an Gewicht – sondern auch an Haarpracht.

Studie bestätigt höheres Risiko für Haarausfall – aber ...

Jetzt gibt es Zahlen zu dem Phänomen. Im Juli veröffentlichte das renommierte „British Medical Journal“ eine Auswertung von rund 12.000 Patientenakten der University of Pennsylvania. Ergebnis: Wer ein GLP-1-Präparat spritzte, wozu die Abnehmspritzen gehören, hatte ein um 37 bis 68 Prozent höheres Risiko für Haarausfall als Patienten, die andere Diabetes-Medikamente nahmen.

Es ist allerdings längst nicht so dramatisch, wie es zunächst klingt. Betroffen von dem Haarausfall waren knapp sieben von 1000 Behandelten pro Jahr – gegenüber vier bis fünf in den Vergleichsgruppen. Macht rund zwei zusätzliche Fälle.

Und die Ursache ist vermutlich gar nicht das Medikament selbst. Schneller Gewichtsverlust ist ein seit Jahrzehnten bekannter Auslöser für Haarausfall – nach Crash-Diäten ebenso wie nach Magenverkleinerungen.

Mediziner sprechen vom telogenen Effluvium: Unter Stress schickt der Körper auffällig viele Haarwurzeln gleichzeitig in die Ruhephase. Monate später fällt das Haar dann gebündelt aus. Dazu kommen Eisen- und Zinkmangel sowie hormonelle Umstellungen. Frauen trifft es deutlich häufiger als Männer.

Abnehmspritzen der Marken „Wegovy“, „Ozempic“ und „Mounjaro“.

Abnehmspritzen der Marken „Wegovy“, „Ozempic“ und „Mounjaro“.

© Jens Kalaene/dpa

Das Haar wächst meist wieder nach

Man muss sich dabei in der Regel auch keine Sorge um langfristigen Haarverlust machen. Denn es handelt sich um nicht vernarbenden Haarausfall. Das heißt, die Haarwurzeln bleiben intakt, das Haar kann nachwachsen. Und auch eine Glatze muss man nicht befürchten, es handelt sich um ein diffuses Ausdünnen über den ganzen Kopf.

Ein Geheimnis ist die Nebenwirkung übrigens nicht. In den Fachinformationen von Wegovy und Mounjaro ist Haarausfall längst als „häufige“ Nebenwirkung aufgeführt – das heißt: mindestens einer von 100 Anwendern ist betroffen. In den Zulassungsstudien waren es drei bis fünf Prozent, unter Placebo ein Prozent. Nur in der Ozempic-Fachinformation sucht man den Hinweis vergeblich.

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