Feines Nadelstreifen-Hemd statt Rocker-Kluft: Mario L. (31) ist ausgestiegen, hat mit der Szene längst nichts mehr zu tun. Das letzte Kapitel: Sein Auftritt als angeblicher Polizist vor drei Jahren in Zehlendorf.
Der Ex-Rocker sagte nuschelnd: „Wir wollten eigentlich einen Mann abfangen und abziehen, der Amphetamine gebunkert haben soll.“ Komplize Roman L. (26) habe den Tipp bekommen, dass bei dem angeblichen Dealer jede Menge Kohle zu holen sei. Mario L.: „Roman hatte mich gebeten, ihm zu helfen.“ Beide hofften auf „schnellen Geld“. Mario L.: „Ich hatte Schulden, habe mich überreden lassen.“
Beide gehörten damals zu „La Onda“, einem Supporter-Club der Bandidos, den es inzwischen nicht mehr gibt. Am 10. September 2011 wollte das Duo abkassieren. Mario L.: „Von Roman kam die Idee mit den Polizeiausweisen, er hatte auch einen alten Durchsuchungsbeschluss umgebastelt.“
Sie fuhren zum angeblichen Dealer. Der aber tauchte nicht auf. Nach ihrem zweiten erfolglosen Besuch klingelten sie bei seiner Mutter im selben Haus: „Polizei!“ Sie forderten 25.000 Euro, drohten: „Ihr Sohn wird sonst wegen Drogen verhaftet.“
Zwei bullige Kerle. Die Frau zitterte. Sie nickte: „Ich habe aber kein Geld im Haus.“ Mario L.: „Sie wurde misstrauisch, ließ sich die Ausweise noch einmal zeigen.“ Sie zogen ab: „Die Sache war für uns vorbei.“
Vielleicht wäre er nie aufgeflogen. Aber Ex-Rocker Roman L. wurde für die Ermittler zum Kronzeugen: In seiner Lebensbeichte belastete er vor zwei Jahren sich selbst und andere Mitglieder der Ex-Gang. Der Richter zu Mario L.: „Die Tat wurde dilettantisch verübt.“ Bei der Frau blieb Angst. Sie kam nicht zum Prozess. Urteil: Wegen versuchter Erpressung und Amtsanmaßung zehn Monate Haft auf Bewährung. KE.
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