Abgeknickt

Warum werden so viele Windräder kaputtgepustet?

Defekt an den Rotor-Reglern soll schuld sein an mysteriöser Serie von Unglücken

BK
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Verbogene Rotorblätter eines Windrades.

Verbogene Rotorblätter eines Windrades.

© dpa

Gleich bei vier Anlagen waren zwischen 11. Dezember und 3. Januar Windräder abgeknickt, darunter in Grischow und in Neu Wilmstorf (Niedersachsen). Ob Sturmböen oder technische Defekte schuld waren, darüber rätselten Experten und Gutachter.

Zumindest bei den Unglücksfällen in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen scheint nun die Ursache geklärt: Höchstwahrscheinlich seien sie durch einen Defekt bei der sogenannten „Pitch-Regelung“ umgeknickt, ergab eine Analyse der Firma Enertrag, eines Service-Anbieters im Bereich Erneuerbare Energien. In beiden Fällen seien die Rotorblätter zu spät aus dem Wind gedreht worden, heißt es in der Analyse weiter. Der Pitch-Regler sorgt dafür, dass die Rotorblätter automatisch aus dem Wind gedreht werden, wenn dieser zu stark weht. Weil dies zu spät geschah, seien die Masten dann wegen der „plötzlich auftretenden Überlast“ umgeknickt, so Enertrag weiter.

Trümmerteile des 16 Jahre alten Windrads lagen bei Grischow verstreut. Regulär haben die Anlagen eine Lebensdauer bis zu 25 Jahren.

Trümmerteile des 16 Jahre alten Windrads lagen bei Grischow verstreut. Regulär haben die Anlagen eine Lebensdauer bis zu 25 Jahren.

© dpa

Bei den etwa 15 Jahre alten Rädern ist noch ein hydraulisches und kein elektronisches System in Betrieb, das mehr Wartung erfordere. „Rund 150 der bundesweit insgesamt 27 000 Windkraftanlagen haben noch die alte Pitch-Regelung dieser Baureihe“, so Robert Döring von Enertrag zum KURIER. Doch reihenweise Unglücke mit Windrädern seien trotzdem nicht zu befürchten. „Es handelte sich nur um Einzelfälle. Werden die Anlagen regelmäßig gewartet, sind sie auch sicher, so wie etwa ein Gebrauchtwagen.“

Laut „Spiegel“ waren auch bei den beiden anderen betroffenen Anlagen im Windpark Briest (Brandenburg) und im Windpark Sitten (Sachsen) die Pitch-Regler schuld am Umstürzen der Masten. Die Betreiber äußerten sich nicht zu der Analyse.

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