Ronny und sein Berater Dino Lamberti warten nur noch auf die Visa, dann geht es mit dem Flieger in die saudische Hauptstadt Riad. Von den Hertha-Bossen gab es bereits das Okay für die Tour. Wenn alles passt, wechselt der Brasilianer zu Al-Nasr Riad, dem amtierenden Meister aus Saudi-Arabien, oder zu Al-Ittihad (dort scheiterte Ex-Herthaner Kevin-Prince Boateng gerade am Medizincheck). Hertha kassiert in jedem Fall rund drei Millionen Euro Ablöse. Geld, das Manager Michael Preetz dringend für Neue braucht. Es wäre ein guter Deal für alle Seiten.
Bei Hertha zählt der Aufstiegsheld von 2013 zu den Topverdienern. Rund 1,5 Millionen Euro bekommt Ronny pro Saison. Bei den Öl-Scheichs wäre es nicht weniger. Am Geld würde der Wechsel also nicht scheitern. Wenn, dann nur an Ronny selbst.
Wie käme der lebensbejahende Ronny klar in dem streng religiösen Land? Um das rauszufinden, will sich sein Berater gemeinsam mit Ronny vor Ort umschauen. Lamberti kennt die arabische Kultur, er will ihm Besonderheiten erklären, bevor etwas unterschrieben wird. In Saudi-Arabien landet man für Dinge, die in Europa alltäglich sind, schnell im Knast. Aber für ausländische Sportler werden sicherlich ein bis zwei Augen zugedrückt.
Sollte Ronny „Nein“ sagen, hätte Hertha ein Problem. Der Vier-Jahres-Vertrag, der nach dem Aufstieg ausgehandelt wurde, läuft noch bis 2017. In Europa ist es fast unmöglich, den Zauberfuß unterzubringen. Die häufigen Meldungen über mangelnde Fitness in der Vergangenheit haben sich herumgesprochen.
Alles hängt nun an Ronny. Trainer Pal Dardai hat ihm bereits deutlich zu verstehen gegeben, dass er ihn nicht benötigt. Gegen Werder Bremen war das schlampige Genie nicht mal mehr im Kader. Ronny weiß, dass er sich jetzt entscheiden muss: „Ich bin traurig. Ich und meine Familie lieben Berlin. Ich würde gerne bleiben, aber so ist Fußball. Heute hier, morgen dort.“
Seine Körpersprache deutet darauf hin, dass er sich mit dem Abschied abgefunden hat. Jetzt muss er sich nur noch mit den Scheichs und Saudi-Arabien anfreunden. Dann kann Hertha BSC mit dem Geld der Scheichs einkaufen gehen.
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