Die auch in Berlin heimischen Mauersegler und Mehlschwalben sind unter den ersten, die sich auf die lange Reise Richtung Südeuropa oder sogar Afrika machen. Sie ziehen, ähnlich den häufiger in Brandenburg anzutreffenden Störchen, ab Ende August bis spätestens Mitte September los.
Klassische Zugvögel, wie die eingangs erwähnten Schwalben, verlassen uns in ihrer Gesamtheit. Im Gegensatz dazu gibt’s neuerdings auch Zugvögel, die gerne in Berlin bleiben. Ein Beispiel sei die Mönchsgrasmücke, erklärt Verhaltensbiologe Jörg Böhner von der Ornithologischen Gemeinschaft Berlin. Große Städte wie unsere sind für Vögel „Wärmeinseln“, so der Experte. Manche hätten gelernt, dass ihr Teller in Berlin auch im Winter gut gedeckt sei.
Bei den meisten Vögeln überwiegt aber der angeborene Trieb zum Zug. So fliegen von Berlin dieser Tage Rohrsänger, Nachtigallen und Neuntöter weg. Anders als die großen Zugvögel (wie Kraniche) reisen die kleinen Piepmätze auch in kleinen Gruppen. Ihre frühe Abreise, oft schon Wochen vor den Massenabflügen der Großen, erklärt sich durch ihr Flugpensum. Die Kleinen schaffen „nur“ 100 bis 200 Kilometer pro Tag. Ihre Reise dauert somit insgesamt sechs oder gar sieben Wochen.
Dass die kleineren Vögel abgezogen sind, merkt man oft nur daran, dass sie „weg“ sind.
Ganz anders ist das beim Zug der Kraniche. Dieser ist in Brandenburg ein wahres Spektakel, vor allem wegen der Massenstopps. Der NABU listet vier Regionen, in denen jeden Herbst Tausende, manchmal sogar Zehntausende Kraniche auf einmal landen. In Linum (Ostprignitz-Ruppin) wurden an manchen Tagen schon 80 000 gezählt. Auch am Rietzer See (Potsdam-Mittelmark), in Wanninchen (Dahme-Spreewald) und im Nationalpark Unteres Odertal machen in den kommenden Wochen Tausende Kraniche Rast. Der NABU bietet ab 19. September Beobachtungs-Führungen in Linum. Infos + Anmeldung: 033922-50500, Preis: 8 Euro.
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